Die acht Farben (B377)
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Die acht Farben (B377) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Vor 1470/71 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 488, 2r-3r Leipzig, Universitätsbibliothek: Ms. Apel 8, 129r-130r München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 5919, 234v-236r Prag, Knihovna Národniho muzea: Cod. X A 12, 72r-73v |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Altenhöfer, Florian: Die acht Farben; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 592f. |
Inhalt
In einer äußerst knappen Rahmenhandlung fragt eine Dame nach der Bedeutung verschiedener Farben. Der Sprecher deutet zunächst acht Einzelfarben im Hinblick auf die Minne: Grün steht für den Anfang; Gelb für Nachdenken; Blau für Beständigkeit; Weiß für freundliches Gedenken; Braun für beständiges Verheimlichen; Schwarz für grausame Trauer; Rot für brennende Liebe; Grau für gute Minne, Adel und hohen Mut. Gestreifte Kleidung gilt als unedel. Anschließend erläutert er zahlreiche Farbkombinationen: Grün/Blau bedeutet beginnende Beständigkeit; Weiß/Blau beständiges gutes Gedenken; Weiß/Grün reine, schöne Liebe; Weiß/Grau Freude neuer Liebe; Weiß/Schwarz gutes Gedenken im Leiden; Weiß/Rot freudigen hohen Mut; Grau/Grün Minne, Adel und Schönheit; Schwarz/Grau Leid nach Liebe; Grün/Schwarz zu hartes Leiden; Blau/Schwarz tägliche Reue; Schwarz/Rot Zorn und Liebestod; Rot/Grün brennende Liebesschönheit; Blau/Rot freudige rechte Minne; Braun/Blau beständige Verheimlichung; Grau/Blau beständige Freude; Gelb/Blau beständigen Ruhm; Grau/Rot eine Liebe, die gesellschaftlich zu hoch greift. Gemischte Farben seien verbreitet, aber keine rechten Farben; Rot solle rein bleiben, Blau und Lasur stünden für die Bitterkeit langen Wartens. Wer solche Farben trage, solle nicht prahlen und alle Frauen ehren; er solle genau bedenken, wozu jede Farbe tauge, um sich dem Zustand seines Herzens entsprechend zu kleiden. Viele trügen Farben, ohne etwas von der Liebe zu verstehen. Am Ende dankt die Dame für die Auskunft und verabschiedet sich mit Handschlag.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 592f.)