Der Farbenkranz der Frauentugenden (B381)

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Der Farbenkranz der Frauentugenden (B381)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit um 1481
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Wien, Österreichische Nationalbibliothek: 2940*, 33v-36r
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Der Farbenkranz der Frauentugenden; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 598f.

Inhalt

A Spaziergangseinleitung (1–36)

Der Sprecher beschreibt, wie sich die ganze Schöpfung an Blüten und Früchten erfreut. Er selbst unternimmt eines Tages traurig einen Spaziergang, der ihn über Wiesen und Berge zu einem idyllischen Tal mit Quelle und Baumgarten führt. Dort begegnet er einer schwarz gekleideten, schönen Dame, die einen Blumenkranz flicht. Nach ihrem Anruf setzt er sich zu ihr, und sie beginnt, die Bedeutung des Kranzes zu erklären.

B Auslegung des Blumenkranzes (37–171)

Der Kranz, den alle guten Frauen tragen sollten, besteht aus vier Blumen. Die Lilie steht mit ihrer weißen Farbe für Freigebigkeit, Aufrichtigkeit und Reinheit; wie sie leicht vergeht, so solle auch eine Frau streng auf ihre Unbeflecktheit achten. Die Rose verkörpert Schamhaftigkeit als Grundlage der Ehre sowie die Furcht vor Ansehensverlust; ihre Dornen mahnen zur Wachsamkeit in Taten, Worten und Gedanken. Die Akelei, blau und doppelt gestaltet, bedeutet Beständigkeit und fordert ein maßvolles Leben; dem gegenüber steht der Wankelmut, veranschaulicht durch Bilder wie ein verdorbenes Kleid oder ein unruhiges Meer. Die gelbe Narzisse weist mit ihrem Streben in die Höhe auf das Streben der Frau nach Heil; sie soll besonnen, schamhaft, zurückhaltend und demütig sein und das Kleid der Treue tragen, um Lob zu verdienen, während Untreue und Unaufrichtigkeit Schande bringen. Die Dame schließt mit der Feststellung, dies sei der Kranz der guten Farben, mit dem Frauen überall glänzen könnten.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 598f.)