Lob der grünen Farbe (B382)

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Lob der grünen Farbe (B382)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung ab 1470/71
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 488, 3r-5v
Leipzig, Universitätsbibliothek: Ms. Apel 8, 130r-132v
München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 5919, 236r-239r
Prag, Knihovna Nárondniho muzea: Cod. X A 12, 73v-75v
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Lob der grünen Farbe; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 600f.

Inhalt

A Spaziergangseinleitung (1–37)

Der Sprecher wandert aus Freude in einen schönen Wald, hört Vogelgesang und folgt einem klaren Bach, der ihn auf eine Aue führt. Dort hat der Mai sein farbenreiches Zelt aufgeschlagen: Aus dem Grün leuchten rote, weiße, violette, gelbe und blaue Blumen. In dieser Umgebung begegnet er einer schönen, alleinstehenden Dame, die ihn freundlich begrüßt und nach ihrer Lieblingsfarbe befragt.

B Dialog über die grüne Farbe (38–133)

Auf seine Rückfrage nennt sie Grün und beklagt, man halte ihr vor, Gras werde zu Heu. Dennoch erfreue sie die Farbe und sie bittet ihn, ihre Tugend zu erklären. Der Sprecher beginnt nach einem Bescheidenheitstopos einen ausführlichen Monolog über die Schönheit und Zierde des Grüns. Es sei das Kleid des Frühlings, eine Augenweide, und werde von Neidern schlechtgeredet, die er als Affen bezeichnet. Grün bedeute einen fröhlichen Anfang, was sich daran zeige, dass alle vernünftigen Lebewesen den Mai und seine Farbe liebten. Grün bereite Freude, vertreibe Schmerzen und verbinde den Träger mit dem Frühling. Es sei zudem die Farbe des Smaragds, dessen Kraft gepriesen werde und der gut für die Augen sei; Grün sei der Ursprung aller Dinge. Die Dame dankt für die Unterweisung, die ihr die Farbe noch lieber gemacht habe. Der Sprecher verabschiedet sich ehrerbietig und erhält ihren Segen.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 600f.)