Streit für und gegen die Minne (B398)
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Streit für und gegen die Minne (B398) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung ab 1454 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 270, 92r-96r München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 379, 52r-56v Salzburg, Stiftsbibliothek St. Peter: b IV 3, 60v-65r |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Streit für und gegen die Minne; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 632f. |
Inhalt
A Spaziergangseinleitung (1–66)
Der Sprecher eröffnet mit einer Tacete-Formel und bezeichnet seine Erzählung als aubentür. An einem Maimorgen wandert er in einen prachtvollen Wald, genießt Blumen, Tau, Sonnenglanz, Früchte und kunstvollen Vogelgesang und ruht an einer kühlen Quelle. In Sehnsucht nach seiner Geliebten beschließt er, weiter auf ihre Gnade zu hoffen. Als er Stimmen hört, verbirgt er sich und beobachtet zwei außergewöhnlich schöne Damen, die zur Quelle treten.
B Belauschtes Streitgespräch (67–197)
Die erste Dame stellt die Frage, ob ein Leben mit oder ohne Minnebindung besser sei. Die zweite preist die Minne als allbezwingende Kraft, die in gegenseitiger Treue und im Anblick des Geliebten höchstes Glück schenke. Die erste widerspricht: Minne bringe vor allem Leid, etwa beim Abschied des Geliebten, weshalb sie darauf verzichten wolle. Die zweite verweist auf die Erfüllung körperlicher Nähe und erklärt, ohne Minne gebe es keine Freude. Die erste antwortet mit einem Gleichnis über Gewinn und Verlust: Liebe könne alles kosten, während der Lieblose nichts verliere; die Hoffnung der Freundin stehe auf unsicherem Grund. Die zweite hebt hervor, dass der Ruhm ritterlicher Taten des Geliebten auch ihr zugutekomme, während die Haltung der Freundin folgenlos bleibe. Die erste erkennt ihr Glück an, mahnt aber zu Treue und Verschwiegenheit und bleibt bei ihrer eigenen Position. Die zweite stimmt zu, dass jeder nach seiner Neigung handle.
C Entdeckung (198–230)
Als die Damen gehen wollen, tritt der Sprecher aus seinem Versteck. Nach anfänglichem Erschrecken bitten sie ihn um ein Urteil in ihrer Streitfrage. Er erklärt höflich, dazu nicht imstande zu sein. Daraufhin erlauben sie ihm, die Frage weiterzutragen und ihnen eine kluge Antwort zu übermitteln.
D Schluss (231–236)
Der Sprecher wendet sich an sein Publikum und bittet Frauen, Ritter und Knappen um ein Urteil, das er den Damen berichten könne.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 632f.)