Der Widerteil (Peter Suchenwirt) (B403)

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Der Widerteil (B403)

AutorIn Peter Suchenwirt
Entstehungszeit Überlieferung ab 1400
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 488, 262r-268r
Wien, Österreichische Nationalbibliothek: 13045, 182-193
London, British Library: Add. 24946, 148r-151v
Wien, Österreichische Nationalbibliothek: 2947, 73v-77v
Karlsruhe, Badische Landesbibliothek: Hs. Donaueschingen 104: 187ra-189rb
Stuttgart, Landesbibliothek: Poet. et phil. 4° 69, 278r-284r
Weimar, Anna Amalia-Bibliothek: Cod. Quart 566, 4v-9r
Freiburg, Universitätsbibliothek: 362, 2ra-4rb
München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 270, 107v-114r
München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 379, 72v-79r
Salzburg, Stiftsbibliothek St. Peter: b IV 3: 79r-83v
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 651-653

Inhalt

A Spaziergangseinleitung (1–35)

Vom Frühlingsgefühl getragen betritt der Sprecher einen abgelegenen Garten, um Rosen zu stehlen. Dort entdeckt er zwei Damen im Gespräch. Die eine trägt ein blaues, mit Saphiren besetztes Kleid, das er als Zeichen ihrer Beständigkeit und Schönheit deutet. Die andere trägt sechs verschiedene Farben, was er als Hinweis auf ihre Unbeständigkeit versteht.

B Belauschtes Streitgespräch (36–359)

Die bunt gekleidete Dame fordert die Beständige auf, ihren Liebhaber zu nennen. Als diese empört ablehnt, beginnt ein ausführlicher Wortwechsel, in dem beide das Verhalten ihrer Liebhaber vergleichen: Der Liebhaber der Bunten ist prahlerisch, unbeherrscht, trinkfreudig und unzuverlässig; der Liebhaber der Beständigen dagegen maßvoll, ehrenhaft, verschwiegen und gottesfürchtig. In Fragen der Liebe verspricht der eine vielen Frauen zugleich Treue, während der andere als Inbegriff beständiger Hingabe erscheint. Beim Turnier zeigt sich der eine feige und vorsichtig, der andere mutig und erfolgreich, wobei er seine Siegesprämien der Beständigen widmet. Im Kampf erweist sich der Liebhaber der Beständigen als heldenhaft, während der der Bunten die Gefahr meidet und später Einsatz vortäuscht. Die Beständige fordert die Bunte auf, sich einem tapferen und treuen Mann zuzuwenden, doch die Bunte hält ritterliches Verhalten für zweifach leidvoll: für die zurückgelassene Geliebte und für die Angehörigen der Gefallenen. Da sie dabei lacht, erkennt die Beständige die Täuschung. Unter dem bunten Kleid erscheint die rot gekleidete Frau Venus, die gesteht, die Beständigkeit der Dame geprüft zu haben. Sie lobt Tugenden wie Treue, Freigebigkeit, Tapferkeit und moralische Festigkeit. Danach verabschieden sich beide Frauen.

C Schluss (360–364)

Der Sprecher, der sich Suchenwirt nennt, verlässt den Garten erfreut, wenn auch ohne Rosen. Abschließend nennt er den Titel des Textes: »Die red haist der widertayl«.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 652f.)