Von der Minne Schlaf (Peter Suchenwirt) (B454)
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Von der Minne Schlaf (B454) | |
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| AutorIn | Peter Suchenwirt |
| Entstehungszeit | Überlieferung um 1400 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Wien, Österreichische Nationalbibliothek: 13045, 213-223 Neidensteiner Handschrift (verschollen): Nr. 3c |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 800-802 |
Inhalt
A Schlaf der Frau Minne (1–55)
Nach einem Hilferuf über den zehnjährigen Schlaf der Frau Minne wird geschildert, wie sie durch das Kauen einer wohlriechenden Wurzel unvermittelt in einen todesähnlichen Schlaf fällt, den weder Frau Ehre noch Frau Zucht beenden können. Eine Federprobe zeigt jedoch, dass sie lebt. Sie setzen die Schlafende auf einen Thron und wachen über sie.
B Aufwachen und Gespräch (56–142)
Frau Scham sammelt Tau in einem Seidentuch, träufelt ihn der Minne in den Mund und entdeckt die Wurzel, die sie entfernt. Minne erwacht, zweifelt zunächst an der langen Schlafzeit und lässt sich einen Ritter vorführen. Über dessen modische Kleidung empört sie sich, beklagt den Verlust von Scham und die Torheit ihrer Diener und jagt ihn fort. Als er ungeschickt stürzt, bitten die Damen um Gnade, die Minne gewährt. Der Ritter nennt sich Schandengram.
C Turnieraufruf (143–180)
Nach einem Preis des Mai kündigt Frau Minne ein großes Turnier in der Freudenau an, mit hundert Rittern, hundert Knappen und zweihundert Damen. Frau Venus und Frau Cupido sollen präsidieren, und die besten Kämpfer sollen mit Kränzen ausgezeichnet werden. Für die Ausrufung des Turniers benötigt sie einen Herold, und Frau Ehre schlägt den Suechenwirt vor.
D Botenauftrag (181–264)
Der Genannte tritt nun als Ich-Sprecher auf und berichtet, einen Brief erhalten zu haben, der ihn zu den Damen führt. Frau Minne erklärt, sie habe von vier jährlichen Turnieren in Österreich gelesen, während Frau Ehre beklagt, dass das Turnierwesen durch Untugenden verfallen sei. Minne erläutert Ursprung und Zweck der Turniere als Übungsfeld ritterlicher Tugend und als Mittel gegen moralische Verirrungen. Schließlich beauftragt sie den Sprecher, den Turnieraufruf zu verbreiten und alle nicht kriegsgebundenen Fürsten einzuladen.
E Schluss (265f.)
Der Sprecher verlässt die Damen und berichtet, noch immer im Botenauftrag unterwegs zu sein.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 800-802)