Die Minne und die Ehre (B456)

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Die Minne und die Ehre (B456)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung ab 1425
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Heidelberg, Universitätsbibliothek: Cpg 313, 318v-322v
Karlsruhe, Landesbibliothek: Hs. Donaueschingen 104, 208vb-210rb
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Die Minne und die Ehre; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 805-807

Inhalt

A Exposition (1–7)

Der Sprecher klagt, sein Liebesverlangen mache ihn zum Narren und habe ihn zu vielen Torheiten verleitet; nun wolle er erzählen, was er ihretwegen erlitten habe.

B Spaziergang (8–53)

An einem frühen Maitag treibt ihn seine Sehnsucht hinaus in die farbenprächtige Natur mit Blumen, Vogelgesang, belaubten Bäumen und kühlem Morgenwind.

C Der goldene Wagen (54–99)

Er hört eine Kutsche vorbeirasen, läuft ihr nach und erhält vom Fuhrmann keine Auskunft. Vom Glanz des goldreichen Wagens und der darin sitzenden, rosengleichen Frauen geblendet, stolpert er mehrfach, bis die Fahrt am Minnegericht endet.

D Belauschtes Streitgespräch (100–208)

Im Zelt der Frau Venus erhebt Frau Ehre schwere Vorwürfe gegen Frau Minne: Sie verliere durch Minnes Wirken ihre Macht über die Menschen, werde von ihr übergangen und durch ihre Waffen verletzt. Minne antwortet beschwichtigend, sie entzünde zwar alle Menschen, sei aber nicht für deren bösen Willen verantwortlich. Sie verweist auf eine Frau von vollkommener Keuschheit und Beständigkeit, deren Name schließlich enthüllt wird. Frau Ehre stimmt zu, und der Sprecher freut sich, dass es sich um seine eigene Geliebte handelt.

E Schlussszene (209–234)

Mit Tagesanbruch endet die Unterredung, das Gericht löst sich auf, und die Damen verschwinden, während der Sprecher traurig zurückbleibt. Nichts kann ihn trösten; er bleibt in Gedanken versunken, will jedoch seinem Minnedienst treu bleiben und beschließt, seiner Dame seine Treue mitzuteilen. Der Text endet mit einem Segenswunsch an sie.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 805-807)