Die schöne Abenteuer (Peter Suchenwirt) (B449)

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Die schöne Abenteuer (B449)

AutorIn Peter Suchenwirt
Entstehungszeit Überlieferung ab 1400
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung London, British Library: BL Add. 24946, 98v-103r
München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 270, 124v-130v
München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 4871, 137-146
Nelahozeves, Fürstliche Lobkowitzische Bibliothek: R VI Fc 26, 493-900
Wien, Österreichische Nationalbibliothek: 13045, 143-156
München; Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 1113, nach 125v
Neidensteiner Hs. (verschollen): Nr. 2
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 787-789

Inhalt

A Spaziergangseinleitung (1–68)

Der Sprecher wandert durch einen Wald, überquert einen Bach und gelangt auf eine üppig blühende Maienwiese, deren Farbenpracht er mit einem lachenden roten Mund vergleicht. Dort entdeckt er mehrere Zelte, von denen eines durch seine außergewöhnliche Pracht hervorsticht: kunstvoll geschnitzte Elfenbeinpfähle, grün-goldene Seidenseile, eine samtene blaue Decke und perlenbestickte Riemen mit goldenen Sprüchen über die reine Minne in drei Sprachen. Der gesamte Schauplatz ist in einem betont geblümten Stil gestaltet.

B Begegnung mit den personifizierten Tugenden (69–167)

Ein Knappe tritt aus dem Zelt und nennt Frau Ehre und Frau Minne als Herrinnen des Lagers. Er weist den Sprecher zum Wasser, wo dieser die beiden Damen bei der Falkenjagd beobachtet. Der Sprecher grüßt und erklärt, er sei aus innerer Freude hierhergekommen. Frau Ehre lädt ihn zum Essen ein. Im Zelt fragt Frau Zucht nach seinem Auftrag, worauf er auf seinen freien Willen verweist. Während des Mahls begrüßen die Damen eine unsichtbare Besucherin, die sich als Frau Abenteuer erweist und einen Zauberring ablegt, der sie unsichtbar gemacht hatte.

C Schönheitsbeschreibung (168–218)

Der Sprecher beschreibt Frau Abenteuer in einer ungewöhnlichen Reihenfolge von unten nach oben: zierliche Füße, schlanke Hüften, seidenen Rock, anmutige Körperform, feine Hände, eleganter Hals, makelloses Gesicht, braune Falkenaugen, goldblondes Haar und ein kunstvolles Haarband. Die Beschreibung entfaltet die Gestalt Schritt für Schritt vor dem inneren Auge.

D Bericht der Frau Abenteuer (219–342)

Auf Nachfrage berichtet Frau Abenteuer von ihrer Gesandtschaft an die Fürstenhöfe. Statt Treue und Schönheit habe sie dort Verrat, Misstrauen und die Auflösung alter Bindungen vorgefunden, was sie auf teuflischen Einfluss zurückführt. Auf die Frage nach dem Stand der Liebe klagt sie über eine verkehrte Welt, in der tapfere Ritter im Frauendienst nicht mehr geschätzt würden. Stattdessen bevorzugten die Damen Männer, die sich im Tanz und in oberflächlicher Galanterie hervortun, während dieselben Männer im Kampf feige seien. Frau Minne fordert empört ein Eingreifen, da die Belohnung der Feigheit die Tapferen entmutige. Frau Abenteuer ergänzt, dass auch die Damen Verantwortung trügen: Sie müssten Feiglinge zurückweisen und die Tüchtigen belohnen, so wie Fürsten ihre Ritter durch Gunst und Gabe fördern.

E Abschied (343–370)

Frau Abenteuer verabschiedet sich und wird erneut unsichtbar. Frau Ehre fragt den Sprecher, wie ihm die Dame gefallen habe, und er preist sie. Nach dem Mahl nimmt er Abschied und kehrt auf seinem Weg zurück. Der Text endet mit einer stilkundigen Selbstbezeichnung: eine Rede geblümter Kunst, genannt „Die schöne Abenteuer“.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 787-789)