Bestrafte Untreue (B463)

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Bestrafte Untreue (B463)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Vor 1455
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Berlin, Staatsbibliothek: Hdschr. 115, 5r-7r
Heidelberg, Universitätsbibliothek: Cpg 393, 10r-14r
London, British Library: Add. 24946, 110r-114r
Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek: Cod. Oct. 145, 60v-72r
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Bestrafte Untreue; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 829-831

Inhalt

A Exposition (1–40)

Die Sprecherin richtet sich an die jungen Menschen und erinnert daran, dass der Mai Freude bringt, während er ihr nur Schmerz hinterlassen hat; „ihrem Herzen habe er … sehnsuchtsvollen Schmerz zugefügt“. Trotz treuer Hingabe sei sie von ihrem Geliebten betrogen worden, was sie in ständige Trauer und Schlaflosigkeit gestürzt habe.

B Spaziergang (41–137)

Nach einer schlaflosen Nacht wünscht sich die Sprecherin den Tod als Erlösung, bis sie bemerkt, dass es Morgen geworden ist. Sie hört Vogelgesang, wandert in einen Baumgarten und sieht dort die sechs Farben der Blumen, wie „der süße Mai befohlen hatte“. Doch die Schönheit der Natur verstärkt ihr Leid, da sie sich nach beständiger Treue sehnt und über die Untreue ihres Geliebten verzweifelt.

C Klage der personifizierten Tugenden (138–200)

Die Sprecherin erschrickt, als sie drei Damen klagen hört: Frau Treue in Schwarz beklagt den „Mord“, den untreue Männer an Frauen begehen; Frau Staete in Blau verwünscht die Wankelmütigkeit vieler Männer; Frau Liebe in Weiß bereut, dass niemand mehr der rechten Liebe folge und sie die Herzen meiden müsse.

D Minnegericht (201–347)

Frau Minne erscheint in rubinrotem Kleid, wird von Treue, Staete und Liebe begrüßt und legt ihnen einen Fall vor: Ein Mann sei untreu geworden, obwohl beide Liebenden gleichermaßen von ihrem Feuer entzündet worden seien. Frau Staete verflucht ihn und bedauert die betrogene Frau; Frau Treue wünscht ihm, dass seine Freude zu Leid werde; Frau Liebe fordert Schande und völligen Verlust seines Ansehens. Frau Minne stimmt zu, dankt ihren Vasallinnen und befiehlt ihnen, allen Frauen zu raten, vor diesem Mann zu fliehen.

E Heimkehr der enttäuschten Sprecherin (348–378)

Allein im Garten setzt die Sprecherin ihre Klage fort, findet keinen Trost und will nicht länger bleiben. Sie mahnt alle Damen, ihre Herzen zu bewahren, damit sie nicht zu weit entrinnen, und schließt mit einem Segenswunsch für sie und für sich selbst.

(Ausführliche Inhaltsangabe in Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 829-831)