Die Rittertugenden des Herrn von Kronberg (B469)

Aus Brevitas Wiki
Version vom 13. März 2026, 10:42 Uhr von Silvan Wagner (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Rittertugenden des Herrn von Kronberg

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung Mitte 14. Jhd.
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Kassel, Universitätsbibliothek: 2° Ms. iurid. 25, 265r-266r
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Altenhöfer, Florian: Die Rittertugenden des Herrn von Kronberg; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 853-855

Inhalt

A Spaziergangseinleitung (1–26)

Der Sprecher wandert an einem schönen Maimorgen in einen Baumgarten und befindet sich im Gegensatz zu vielen anderen Minnereden in freudiger Stimmung. Er denkt über seine Liebe und über widersprüchliche Aussagen von Minneautoritäten nach, die ihn zu erfreuen scheinen. Schließlich schweifen seine Gedanken unvermittelt zu der Frage ab, ob Himmel und Erde ewig bestehen werden.

B Dichtungsauftrag (27–69)

Ein Knappe betritt den Garten, den der Sprecher zunächst für einen fahrenden Mann hält. Nach der Begrüßung erteilt der Knappe ihm den Auftrag, eine Aventiure niederzuschreiben, die von edlen Frauen und einem vorbildlichen Ritter handelt. Er stellt Lohn und höfische Anerkennung in Aussicht, was den Sprecher motiviert, sich den Inhalt erklären zu lassen. Der Knappe übernimmt daraufhin die Rolle des Erzählers und beginnt mit der Darstellung der Aventiure.

C Erzählung des Knappen / Spaziergangseinleitung (70–124)

Der Knappe berichtet, wie Amor und Venus ihn auf den Weg der Minne führen und er in einen grünen Wald gelangt, dessen Harmonie ihn an ein Paradies erinnert. Bei einer Linde wird er Zeuge einer festlichen höfischen Gesellschaft, die tanzt und singt. Besonders beeindruckt ist er von der Schönheit der Damen, deren Erscheinung er mit überschwänglichen Vergleichen preist.

D Erzählung des Knappen / Präsentation der Tugendpersonifikationen (125–227)

Eine Dame bemerkt den Knappen, begrüßt ihn mit ihrer Gefährtin und erklärt ihm, dass die höchste Frau die Königin Adel-Tugend sei. Sie stellt ihm zwanzig Tugendpersonifikationen vor, geordnet in vier Gruppen von Herzoginnen, Markgräfinnen, Gräfinnen, Hochfreien und ritterlichen Frauen. Die litaneiartige Aufzählung betont die höfische Ordnung. Die Dame kündigt an, dass er später auch die übrigen anwesenden Damen kennenlernen werde, und eilt zurück, da ein kostbares Kleinod zur Königin gebracht werden soll.

E Erzählung des Knappen / Begrüßung und Ehrung des Knappen (228–289)

Der Knappe folgt den Damen und stellt sich neben eine junge Frau. Die Königin und ihr Gefolge bemerken ihn und begrüßen ihn freundlich. Die Hofmeisterin tadelt die junge Dame scharf, weil sie ihn nicht zum Sitzen eingeladen hat, was sofort nachgeholt wird. Anschließend wird beiden edler Wein gereicht, den der Knappe der jungen Dame anbieten will, die jedoch aus Höflichkeit ablehnt.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 853-855)