Klage der Treue (Ulrich Höpp) (B473)

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Klage der Treue (B473)

AutorIn Ulrich Höpp
Entstehungszeit 15. Jahrhundert
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Memmingen, Stadtbibliothek: Cod. 2,39.4°, IVv-VIIIv und 93r-99r
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Kanz, Claudia: Höpp; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 864f.

Inhalt

A Spaziergangseinleitung (1–19)

Der Sprecher wandert an einem Maienmorgen über eine blühende, taufrische Wiese und gelangt aus Neugier in einen dunklen, von Vogelgesang erfüllten Wald.

B Schilderung eines Schlachtfelds (20–89)

Er hört Hörner und Trompeten, folgt dem Klang und erreicht eine große Lichtung mit zwei Seen. Am rechten See liegen zerstörte rote Zelte und die Gefallenen eines besiegten Heeres, am linken lagert ein großes Heer in grauer Kleidung. Ein Diener taucht eine mit vielen Wappen geschmückte Fahne in den See. Vom Schrecken überwältigt zieht sich der Sprecher zurück und trifft im Wald auf eine schöne Frau mit einer zusammengerollten roten Fahne.

C Gespräch (90–249)

Die Frau erklärt, sie sei Frau Treue und habe gegen Frau Untreue gekämpft, jedoch nur ihre Fahne retten können. Die Wappen auf dem Banner der Untreue stünden für deren zahlreiche Verbündete, das Eintauchen der Fahne diene ihrer Stärkung. Frau Treue beklagt, dass Untreue die Welt beherrsche, und nennt eine Reihe großer Herrscher vergangener Zeiten, die einst auf ihrer Seite standen. Da alle ihre Gefolgsleute gefallen seien, wolle sie fliehen und erst zurückkehren, wenn Kaiser Friedrich die Untreue besiegt und ihre Fahne wieder aufgerichtet habe. Auf Nachfrage nennt der Sprecher seinen Namen: Ulrich Höp.

D Schluss (250–255)

Frau Treue verlässt den Ort, und der Sprecher eilt aus dem Wald nach Hause.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 864f.)