Totenklage um Graf Werner von Hohenberg (B475)
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Totenklage um Graf Werner von Hohenberg (B475) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Um 1320 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Karlsruhe, Landesbibliothek: Hs. Donaueschingen 104, 124va-125va |
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| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 868 |
Inhalt
A Spaziergangseinleitung (1–11)
Der Sprecher gelangt auf eine Wiese und trifft dort auf Frau Mannhaftigkeit und Frau Minne, die sich sorgend über die ohnmächtig daliegende Frau Ehre beugen.
B Klage der Frau Ehre (12–46)
Als Frau Ehre wieder zu sich kommt, beklagt sie den Tod eines Ritters, der ihr so eng verbunden war, dass sie ihn wie einen Geliebten betrauert. Sie rühmt seine Tugenden und erklärt, dass sie ohne ihn ihren eigenen Namen nicht mehr mit Würde tragen könne.
C Klage der Frau Minne (47–78)
Auch Frau Minne beklagt den Verlust ihres treuen Dieners und Beschützers. Mit seinem Tod sei sie verwaist, und niemand zeige mehr Bereitschaft zum Frauendienst oder zur ritterlichen Bewährung.
D Klage der Frau Mannhaftigkeit (79–110)
Die dritte Dame beklagt ebenfalls den Verlust ihres Ansehens. Sie berichtet, bis zur letzten Stunde beim Ritter gewesen zu sein und bezeugt, dass seine Seele durch Marias Fürsprache in Gottes Gnade aufgenommen wurde.
E Blasonierung und Beschreibung des Trauerzuges (111–173)
Frau Mannhaftigkeit verbindet ihre Klage mit einer heraldischen Beschreibung der Waffen des Verstorbenen: Schild, Adler und Ringe erscheinen entkräftet und farblos. Sie schildert den Trauerzug, in dem ein junger Knabe auf dem Pferd des Ritters vor der Bahre ritt, während Schwert und Wappenzeichen in ihrer Bedeutungslosigkeit den Verlust sichtbar machten.
F Namensnennung und Fürbitte (174–194)
Der Verstorbene wird als Graf Werner von Hohenberg benannt. Mit ihm sei auch der Name der Mannhaftigkeit untergegangen, die sich nun selbst als Schüchternheit bezeichnet. Sie ruft Frauen und Ritter dazu auf, für seine Seele zu beten, und bittet Maria, ihn in ihre Gnade aufzunehmen.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 868)