Liebe und Glück (Erhard Wameshaft) (B482)
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Liebe und Glück (B482) | |
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| AutorIn | Erhard Wameshaft |
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| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Berlin, Staatsbibliothek: Mgq 719, 61r-62r |
| Ausgaben | Dorobantu, Julia/Klingner, Jacob/Lieb, Ludger (Hg.): Minnereden, S. 446-456 |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 890f. |
Inhalt
A Spaziergangseinleitung (1–25)
Der Sprecher ruft sein Publikum zum Zuhören auf und gelangt durch ein blumenreiches Tal zu einem idyllischen Ort mit Linde und Quelle, wo er ein Abenteuer vermutet.
B Begegnung mit fünf Personifikationen (26–137)
Er trifft fünf schöne höfische Frauen, die ihn nach seinem Weg fragen. Eine von ihnen erkennt ihn an seinen Gedichten und dankt ihm für die Ehre, die er ihnen darin erwiesen habe. Sie lädt ihn ein, sich zu ihr auf einen farbenprächtigen Blumensitz zu setzen, und stellt sich als Frau Liebe vor. Ihre Begleiterinnen heißen Staete, Hoffnung, Trost und Glück, und alle begrüßen den Sprecher freundlich.
C Der Kasus des Jünglings, dem das Glück fehlt (138–273)
Frau Liebe weist auf einen jungen Mann hin, der ihnen vertraut sei und dem nur Frau Glück noch helfen müsse. Der Jüngling grüßt höfisch, doch Frau Glück verweigert den Gruß. In Verzweiflung zeigt er den Frauen sein Herz, das mit Krone, Flammen, Strahlen und einem blühenden Zweig geschmückt ist. Frau Liebe erklärt die Bedeutung dieser Zeichen: Minne, Beständigkeit, Hoffnung und Trost hätten ihn geformt, doch sein Leid rühre daher, dass Frau Glück ihm ihre Gunst verweigere. Auf Bitten des Sprechers spricht Frau Liebe für ihn vor, doch Frau Glück erklärt, sie schenke ihre Gnade nur jenen, die Maß, Verschwiegenheit und kluges Verhalten bewahren. Der Jüngling verspricht, sich daran zu halten, und zieht sich zurück.
D Abschied (274–287)
Der Sprecher verabschiedet sich von den fünf Frauen, dankt ihnen für das erlebte Abenteuer und verspricht, jungen Liebenden davon zu berichten, damit sie nicht dasselbe Schicksal erleiden wie der Jüngling.
E Epilog (288–320)
Der Verfasser nennt sich selbst bescheiden und erklärt, er habe die Rede während einer vierwöchigen Krankheit in Königstein verfasst und sie einer jungen Dame als Liebesgabe gewidmet. Er lobt ihre Tugenden, dankt dem Königsteiner Hof für Fürsorge und Unterstützung und schließt mit Segenswünschen sowie dem Versprechen, dem Hof bis zu seinem Tod treu zu bleiben.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 890f.)