Ritterfahrt (B483)

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Ritterfahrt (B483)

AutorIn Dichter der 'Schlacht bei Göllheim'; Pseudo-Zilies von Sayn
Entstehungszeit Überlieferung ab Anfang 14. Jahrhundert
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Düsseldorf, Universitäts- und Landesbibliothek: Ms. frag. K 2: F 24, 1rb-2vb
Köln, Historisches Archiv der Stadt, Best. 7050 (Hss.-Fragm.) A 49-50, 1ra-1vb
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 892-984

Inhalt

A Vorgeschichte (1–19)

Frau Minne hat auf Anraten ihres Sohnes eine Heerfahrt beschlossen und Gräfin Irmgard von Rheinfels zur Anführerin bestimmt. Ziel ist die Burg einer Dame, die gegen die Rechte der Minne verstoßen hat, indem sie den Dienst eines nicht ritterlichen, vermutlich geistlichen Mannes angenommen hat.

B Aufforderung zur Belagerung und Heerschau (20–115)

Der Sprecher fordert sein Publikum auf, gemeinsam die Belagerung vorzubereiten und die heranziehenden Ritter und Damen zu betrachten. Es folgt ein ausführlicher Katalog der Teilnehmer, darunter zahlreiche historisch identifizierbare Adlige aus dem rheinischen Raum. Viele erscheinen mit ihren Frauen, manche mit Belagerungsgerät. Die belagerte Dame, „das schöne Weib von Limburg“, soll sich nicht an Fenstern oder Zinnen zeigen, da sie dort leicht getroffen werden könnte.

C Sturm der Burg und Gericht (116–184)

Nach dem Beschuss der Burg versammelt sich das Heer, und die Anführerin befiehlt den Sturm im Morgengrauen. Ihre Schwester trägt das Banner. Die Verteidiger rufen „Pfaffinnen“, die Angreifer „Minne“. Die Dame wird gefangen genommen und vor ein Minnegericht gestellt. Ihr wird vorgeworfen, den Landfrieden der Minne gebrochen zu haben, was mit dem Tod bestraft wird. Sie bietet einen Reinigungseid an, doch Kraft von Greifenstein widerspricht, da sie sich einem Geistlichen zugewandt habe. Die Schöffen bleiben unentschieden, worauf Wilhelm von Katzenelnbogen und Konrad von Schöneck fordern, die Dame mit Acht und Bann der Minne zu belegen.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 892-984)