Die Burg Vaste Hoede (B492)

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Die Burg Vaste Hoede (B492)

AutorIn
Entstehungszeit Überlieferung 1405-1408
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Brüssel, Königliche Bibliothek: 15589-623, 69vb-72rb
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 922f.

Inhalt

A Allegorie (1–37)

Der Sprecher gelangt zu einer Burg, auf deren Zinnen er eine adlige Dame erblickt, deren Vorzüge er für unvergleichlich hält. Neugierig, warum sie nur ein kleines Gefolge hat, nähert er sich der Burg. Dort sieht er zwei Gestalten anklopfen, die um Einlass bitten. Die Dame weist sie zurück und erklärt, wer Streit vermeiden wolle, dürfe diese beiden nicht aufnehmen.

B Auslegung der Allegorie und Gespräch mit der Dame (38–93)

Der Sprecher tritt als Dichter hervor und bittet die Dame um einen Stoff für eine Dichtung. Sie gewährt ihm Einblick und erklärt die Allegorie: Die Burg heiße „Vaste Hoede“, sie selbst sei Frau Scham, begleitet von ihren Dienern Hoffnung und Trost, die vielen Menschen geholfen hätten. Die beiden Abgewiesenen seien Zweifel und Verzweiflung, die in ihrer Bosheit Freude zerstören und schon viele Liebende ins Unglück gestürzt hätten.

C Warnung der Frau Scham an tugendhafte Damen (94–98)

Frau Scham richtet eine Mahnung an alle tugendhaften Damen: Sie sollen die Burg „Vaste Hoede“ sorgfältig bewachen, damit Zweifel und Verzweiflung keinen Zugang finden und keine Schande bringen. Abschließend spricht sie einen Segenswunsch aus, Gott möge vor Unglück bewahren.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 922f.)