Liebesbrief (Z6)
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Liebesbrief (Z6) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung 1445 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Berlin, Staatsbibliothek: Mgq 1745, 129r-129v |
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| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 991 |
Inhalt
Der Sprecher wendet sich direkt an den Brief und beauftragt ihn, der Geliebten einen Gruß zu überbringen, der nicht äußerlich gesprochen, sondern aus innerer Herzensbindung hervorgeht. Er bekräftigt seine Ergebenheit, verbindet den Gruß mit einem Segenswunsch für ihr dauerhaftes Wohlergehen und bittet sie, ihn nicht zu vergessen. Das ihm verhasste Sprichwort vom Vergessen nach dem Entzug des Anblicks kontrastiert er mit der Vorstellung, dass die Erinnerung an ihre Güte ihm paradiesische Ruhe verschaffe. Ihre Fähigkeit, sein Leid zu lindern und ihm Freude zu schenken, wird hervorgehoben; zugleich erklärt er jede Mühe um ihretwillen für zumutbar, da er auf Erwiderung seiner Liebe hofft und nicht annehmen möchte, ihre Tugend lasse eine abweisende Haltung zu. Den Abschluss bildet die Empfehlung der Geliebten an Gott und Maria.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 991)