Liebesbrief mit Neujahrsgruß (Z17)

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Liebesbrief mit Neujahrsgruß (Z17)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung um 1497/98
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Kassel, LMB 8° Ms. med. 6, 127r-130v
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 1001f.

Inhalt

A Prolog und geistlicher Gruß (1–22)

Der Sprecher bittet Christus um Hilfe beim Verfassen seines Liebesbriefs, betont die Wahrhaftigkeit seiner Worte und lässt Gott die Geliebte grüßen, die sein Herz erwählt habe und deren Vorzüglichkeit er über alle Frauen außer Maria stellt. Er bekräftigt Dienst, Beständigkeit und Treue.

B Narratio und Petitio (23–179)

Der Sprecher bittet um Erwiderung seiner Liebe und erklärt seine Bereitschaft, den Willen der Geliebten jederzeit zu erfüllen. Die Farben der Tinte deutet er als Sinnbilder der Liebe. Er erbittet heimliches Zusammensein und Verschwiegenheit, grenzt die Geliebte von unzuverlässigen Frauen ab und erneuert seinen überschwänglichen Gruß. Er beschreibt Tugenden und Schönheit der Geliebten, klagt seinen Schmerz, verweist auf gelesene Eigenschaften der Liebe, preist ihre Leuchtkraft, entfaltet eine Schönheitsbeschreibung von Kopf bis Fuß, betont die Süße der Liebe, grüßt ihre Stimme, bittet um Linderung seines Leids und erklärt, seine Gefühle nun offenbaren zu müssen. Er klagt über verleumderische Menschen und bittet die Geliebte um Verschwiegenheit zum Schutz ihrer Beziehung.

C Liebesgabe und Neujahrsgruß (180–206)

Der Sprecher dankt für eine erhaltene Liebesgabe, verbindet seinen Brief mit einem Neujahrsgruß und verweist auf die Bedeutung von Geschenken für die Liebe. Er bittet um freundliche Aufnahme seiner Gabe und erklärt, dass ihr Wert in der damit verbundenen Liebe liege. Aus Furcht vor der Beichte beendet er den Text.

D Schluss (207–219)

Der Sprecher wünscht der Geliebten in übersteigerten Formeln gute Nacht, nennt seinen Namen nicht, vertraut jedoch darauf, ihr bekannt zu sein.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 1001f.)