Gewitter in den Bergen (Z58)
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Gewitter in den Bergen (Z58) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung 15. Jhd. |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Karlsruhe, Badische Landesbibliothek: Hs. Donaueschingen 112, 167v-170r |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 1055f. |
Inhalt
A Gewitterbeschreibung (1–57)
Der Text beginnt mit einer ausführlichen, kunstvoll ausgestalteten Schilderung eines heftigen Gewitters. Nebel, Wind, zusammenballende Wolken, Donner, Blitze und Hagel werden in einem stark blümenden Stil beschrieben, voller ungewöhnlicher Vergleiche und kunstvoller Reimwörter. Der Sprecher ist durchnässt, verzagt und sucht Schutz. Durch ein Wolkenloch erblickt er einen hell umglänzten, üppig bewachsenen Berg, zu dem er sich retten möchte. Ein durch den Hornstoß eines jagenden Zwergs aufgeschrecktes Tier flieht durch dichtes Unterholz und weist ihm so den Weg. Der Sprecher folgt seiner Spur und gelangt zum Berg.
B Beschreibung der schönen Bergwelt (58–130)
Oben angekommen, schildert der Sprecher die überwältigende Schönheit und Sinnlichkeit der Bergwelt: Duft und Glanz scheinen aus einer harmonischen Mischung aller vier Elemente zu entstehen. Das blendende Licht stammt nicht nur von Sonne, Venus und Mars, sondern auch von Rubinen, die aus dem Berg hervorzuwachsen scheinen.
Er folgt einem kleinen Bach bis zu einer Felswand und gelangt dort an einen klassischen locus amoenus mit kühler Quelle und weichem Rasen. Aus einer Linde ertönt süßer Vogelgesang. Hyperbolisch beschreibt er die Blütenfülle, die vom Tau benetzt wird und deren Fruchtbarkeit alles mit Farbe und intensivem Duft erfüllt. In dieser überreichen Naturpracht scheint all sein vorheriges Leid ausgelöscht.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 1055f.)