Spottgedicht auf abenteuerliche Minne (Z59)
|
Spottgedicht auf abenteuerliche Minne (Z59) | |
|---|---|
| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung ab erste Hälfte 15. Jhd. |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Dresden, Sächsische Landesbibliothek: Mscr. Dresd. M 65, 2*r München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 270, 210r-212r |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Spottgedicht auf abenteuerliche Minne; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 1057f. |
Inhalt
A Prolog (1–7)
Der Text eröffnet mit einem sentenzhaften Aufruf, sich unverändert an den traditionellen ethischen Werten zu orientieren. Diese Grundhaltung bildet den moralischen Rahmen für das Folgende.
B Locus horribilis (8–74)
Der Sprecher berichtet von einer abendlichen Ausfahrt auf der Suche nach hübscher Aventiure. Er gelangt auf eine von tiefen Gräben umgebene Wiese, die vollständig von Kot bedeckt ist. Es folgt eine lange, anaphorisch strukturierte Beschreibung der einzelnen Kothaufen, deren Farbe, Form, Konsistenz und Befall durch Ungeziefer in einem bewusst übersteigerten, „geblümten“ Stil dargestellt werden. Trotz Gestank und widriger Bedingungen lässt sich der Sprecher nicht von seinem Vorhaben abbringen und überquert die Wiese – nicht ohne sich selbst zu beschmutzen.
C Begegnung (75–129)
Weitergehend trifft er auf eine junge Frau und nähert sich ihr in der Hoffnung auf Aventiure. Ihre Erscheinung wird jedoch als extrem abstoßend beschrieben: körperlich verwahrlost, krank, verschmutzt, von Parasiten befallen. Ironisch werden ihr dennoch höfische Epitheta beigelegt, was den Kontrast zwischen Ideal und Realität grotesk überzeichnet.
D Epilog (130–132)
Der Sprecher erklärt abschließend, er habe das Gedicht aufgrund der ablehnenden Haltung einer Dame verfasst, und schließt mit einer Verwünschung gegen sie.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 1057f.)