Minne und Jagd (Z67)
|
Minne und Jagd (Z67) | |
|---|---|
| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung um 1350 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Edingen, Arenberg-Archiv 95.11.II, 1r-1v |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 1070f. |
Inhalt
A Lob der Heimlichkeit (1–24)
Der Sprecher preist in einer anaphorisch aufgebauten Reihe die Heimlichkeit als schützende Kraft der Liebe. Sie soll die Minne wie ein Mantel umhüllen und zugleich bei der Jagd helfen, da sie still und verborgen wirken kann. Die wiederholten Formeln verleihen der Passage einen beschwörenden Charakter.
B Jagdverhalten (25–45)
Es wird zwischen ehrenhaftem und unehrenhaftem Jagen unterschieden. Der wahre Minnejäger verfolgt nur ein einziges Wild und setzt seine Hunde bedacht ein, während der schlechte Jäger viele Tiere ins Visier nimmt und rücksichtslos hetzt.
C Rede an die Geliebte (46–86[?])
Der Minnejäger grenzt sein eigenes Verhalten vom unhöfischen Jäger ab, den er als Ehrenräuber darstellt. Er selbst erklärt sich der Geliebten in höfischer Form zu eigen, versichert seinen Dienst und bittet um Linderung seines Liebesschmerzes. Zugleich warnt er sie davor, sich vom anderen Jäger fangen zu lassen, da dieser ihre Würde gefährden würde.
D Jagd (87[?]–126)
Im Rahmen der Jagd spielt die symbolische Fünfzahl eine Rolle: Der Minnejäger soll mit fünf „Hunden“ jagen, nämlich mit Vorsicht, Heimlichkeit, Gunst, Treue und Beständigkeit. Zudem soll er in Sprache, Verhalten und Lebensführung Anstand wahren und dem begehrten „Tierchen“ gefallen.
E Moralische Schlussapostrophe (127–140)
Der Sprecher mahnt Minnejäger und Wild, in rechter Minne nicht zu rasch die Liebe zu offenbaren und stets die Ehre zu schützen. Der Text bricht danach ab.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 1070f.)