Von eines risen leib (Enoch Widman)

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Von eines risen leib

AutorIn Enoch Widman
Entstehungszeit 1596
Entstehungsort Hof
AuftraggeberIn
Überlieferung Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman)
Ausgaben Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman)
Übersetzungen
Forschung

Text

[1] Anno 1051, zur zeit Heinrici III., ward zu Rom eines risen leib gefunden, lenger dann ein thurn, sein angesicht ward 4 1/2 schuch breit. Nauclerus schreibt, er hab über der brust ein wunden gehabt, grösser dann imand glauben mag. Ein brennend licht fund man zu seinen haubten, welchs durch kein wasser geleschet werden kondte[2], ist aber vom lufft erloschen. Und dieses soll der cörper Pallantis, des sohns Euandri, regis Arcadiae, gewesen sein, welchen Turnus umbgebracht hat,[3] dann uff seinem grab stundt also geschriben:

[S. 35] „Militis Euandri Pallas, quem lancea Turni
Militis occidit, more sua iacet hic.“

Zu unser eltern Zeiten hat Fridericus III., churfurst zu Sachsen, auch eines risen leib bekommen. Diesem aber bei weitem ungleich, wie aus der rieb, so zu Wittenberg in der schloßkirchen henget, und andern stucken in Meissen zu sehen.

Anmerkungen

  1. Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 34f. Marginalie: "Von eines risen leib, der gefunden worden".
  2. Marginalie: "Virgil X Aeneia".
  3. Marginalie: "Pallas Euandri scilicet filius".