Heimlicher todschlag wird wunderbarlich offenbart (Enoch Widman)
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Heimlicher todschlag wird wunderbarlich offenbart | |
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| AutorIn | Enoch Widman |
| Entstehungszeit | 1596 |
| Entstehungsort | Hof |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Ausgaben | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Übersetzungen | |
| Forschung | |
Text
[1] Anno 1503 offenbaret Gott wunderbarerweis zwen todschleg in Schweitz. Einer ein krigsman hette sein eigen weib mit einem kusse ersteckt. Da aber die obrigkeit argwohn uff ihn setzte und ihn derowegen fangen lies und er doch nichts bekandte, liß man ihn bescheren, nacket außzihen und durch den hencker zu der todten frauen, welche schon 20 tag begraben gewesen, fuhren, daß er zwen finger uff sie legete und zu Gott und seinen heiligen einen eid schwüre, daß er kein schuld an seines weibs tod hette. Indeme er nun zu dem todten cörper nahete, fing derselb aus dem mund an zu schaumen und uberzulauffen und alß der mörder zwen finger darauff legen und schweren will, blutete der todte leichnam so hart, daß das blut zur baar außlauffet. Darauff bekandte der theter seinen begangenen mord und ward mit dem rad gerichtet.
Ein anderer, welcher eben dieses jhar umb gleicher missethat willen gleichen lohn entfing, nemlich ein wirth in Schweitz erwurgete einen armen taglöhner, der ein rebman oder wintzer war und lang bei ihme gezehret, ihme auch, was er zuvorn ettliche wochen erworben, auffzuheben und zu verwahren gegeben hatte. Der erschlagene taglöner ward im wald ge[S. 250]funden und argwohn uff den wirth geleget. Da man nun dem wirth des erschlagenen rebmesser in die hand gegeben, der meinung, ob ers nicht kennete, hebt das messer alßbalden an blut zu schwitzen und den theter zu offenbaren.
Anmerkungen
- ↑ Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 249f. Marginalie: "Heimlicher todschlag wird wunderbarlich offenbart".