Gute wolfeile zeit (Enoch Widman)
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Gute wolfeile zeit | |
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| AutorIn | Enoch Widman |
| Entstehungszeit | 1596 |
| Entstehungsort | Hof |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Ausgaben | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Übersetzungen | |
| Forschung | |
Der Text steht direkt nach dem Memorabile Teuffelsberg (Enoch Widman).
Text
[1] Anno 1519, wie dann auch ettliche vorgehende und nachfolgende jar, ist aller ding ein grosser uberfluß und gute wolfeile zeit gewesen, da man bei uns ein achtel korn umb 2 gr, die gersten zu 16 und 18 d, ein achtel habern umb 7 d, 16 eier umb 4 d, ein kandel butter umb 14 d, ein kandel bier umb 5 heller, 1 pfund fleisch, das beste, umb 3 d kauffete. Und ist solche wolfeil aller ding nicht allein gewesen an der Sigmundter kirchweih, die man am ersten sontag nach Ostern jerlich gehalten, da iderman uff den nechsten dörffern, alß zu einer grossen walfart zugelauffen (wie auch vor alters gen S. Gehulffen) und von allen enden zugetragen, daß man im Sigmundsgraben, was man nur zur speis und deß menschen notturfft begert, umb ein gering schlecht gelt hat kauffen konnen,[2] sonder man hat das gantze jar und fast stetig im wenigsten zu klagen gehabt, sintemal uberal volauff, auch das bauersvolk nicht so durchteuffelt gewesen, wie itzundt. Dann die bauersleut waren einfeltig, fromb, schlecht und gerecht, theileten der burgerschafft umb ein leidlich gelt und gutwillig mit, was ihnen Gott uff dem feld und zu haus bescheret hatte, sagten selbsten, es were deme, der es kauffen solte, teuer genug, es were [S. 303] ihnen nicht aus dem hertzen gewachsen, Gott hette es geben. Dagegen ist itziger zeit alles uffs höchste kommen und mus alles, wo nicht drifeltig und vierfeltig, doch zum wenigsten gedoppelt, verkauffet werden, ausser milch und milchram, das stehet noch in seinem alten werth, doch mit der ungelegenheit, das die milch halb wasser, der milchram aber eine schlechte blasse milch, oder ja nicht viel besser ist, so weis auch der bauer fast nicht, wie er alles teuer gnug biten soll und gehet also uberal spröd und ubel zu.
Anmerkungen
- ↑ Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 302f. Marginalie: "Gute wolfeile zeit".
- ↑ Marginalie: "Bauersvolk vor alter war fromb."