Beireutthischer und culmbachischer böser handel (Enoch Widman)

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Beireutthischer und culmbachischer böser handel

AutorIn Enoch Widman
Entstehungszeit 1596
Entstehungsort Hof
AuftraggeberIn
Überlieferung Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman)
Ausgaben Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman)
Übersetzungen
Forschung

Text

[1] Den 16. januarii,[2] den andern sontag nach der Heiligen Dreikönigtag, ist zu Beirreuth ein junger kircherr, der zuvor in der schul ein locat gewesen, von der geistlichkeit daselbst in der kirchen der burgerschafft fürstellig gemacht und mit großem lob commendirt worden, der doch mit des organisten weib eine zeit lang gebulet, auch deßelben abendts, do eine malzeit gehalten worden, davon auffgestanden und seiner schelmerei nachgegangen, welches der organist, so gleichsfals bei der maltzeit gesessen, weil sich der kirchner so gehling verlohren, gemercket, sich zu hauß begeben und den gesellen, den er bei seinem weib erwischt, mit vilen wunden hefftig beschedigt hat, daß er am dritten tag hernach gestorben.

Eben diesen tag uff den abend hat es zu Beirreuth sichtiglich feüer vom himel geregnet,[3] welches indeme es uff die stein gefallen verloschen.

Am gedachten tag ist einem alten ehebrecherischen hurenhengst reverenter zu melden, seines handwercks ein Schneider, von einer argen be[S. 538]schreiten weibspersohn, alß er bei derselben schlaffen wollen, mitt einem schnitzlerlein außgeschnitten worden. Nescit posteritas qualis fuerit.

Anmerkungen

  1. Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 537f. Marginalie: "Beireutthischer und culmbachischer böser handel".
  2. 1603.
  3. Marginalie: "Es regnet feüer".