Mord am Pfannenschmied (Enoch Widman)
|
Mord am Pfannenschmied | |
|---|---|
| AutorIn | Enoch Widman |
| Entstehungszeit | 1596 |
| Entstehungsort | Hof |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Ausgaben | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Übersetzungen | |
| Forschung | |
Text
[1] Den 1. decembris[2] ist ein pfannenschmid von Berneck, der etlich geldt bei sich gehabt, nahend bei Culmbach von etlichen Schelmen erschlagen und in ein gestreuch geschleppet worden, deme sie das angesicht, damit er nicht solte erkennet werden, zerschnitten und pulver darein gestreuet und angezundet haben. Dieser erschlagen mann hat einen hund bei sich gehabt, welcher biß an den dritten tag bei dem cörper geblieben und ihme daß angesicht gelecket und uf des hundes hefftiges bellen ist er von einem schefer gefunden, die that der obrigkeit daselbsten angezeiget, und ferner begraben worden. Da dann der hund lang uf dem grab geseßen und sein herrn ausscherren wollen. Alß er aber umbsonst gearbeittet, hat er widerumb zum gestreuch geeilet und den erschlagenen man daselbsten gesuchet, und do er ihn abermal nicht gefunden, endtlich in daß waßer gesetzet und ihne alda suchen wollen. Ist ettlich mahl hin und wider geschwummen und letzlich ertruncken.
Anmerkungen
- ↑ Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 572. Marginalie: "Mord".
- ↑ 1604.