Wundergeburth (Enoch Widman)

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Wundergeburth

AutorIn Enoch Widman
Entstehungszeit 1596
Entstehungsort Hof
AuftraggeberIn
Überlieferung Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman)
Ausgaben Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman)
Übersetzungen
Forschung

Der Text folgt direkt nach Jesuiter Keuschheit (Enoch Widman).

Text

[1] Den 1. aprilis[2] ist zur Neuensorg, nicht weit von Culmbach, ein meidlein, Margaretha Künigund genant, geboren worden, mit zweien unterschiedlichen leiblein, biß uff den nabel unter demselben zusammengewachsen, mit zweien unterschiedlichen übereinander geschlagenen fußlein. Daß eine leiblein aber hat noch ein fußlein in sonderheit gehabt, hinden an den rücken gewachsen. Darauff es liegen mußen, sonsten hetten beide leiblein, jedes ein natürliches heubtlein und zwei hendlein vulvamque unam conglutinatam, ita ut urinam, sicut et stercora, per anum reddiderint. Sind am Pfingstmontag, den 25. maii, verschieden und wurden vielleicht lenger gelebt haben, wann die eltern, alß gottlose verruchte und doch zimlich begüterte leut, sie mit gebürlicher Wartung, speis und tranck gnugsam und notdürfftig versorget hetten.

Anmerkungen

  1. Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 584. Marginalie: "Wundergeburth ".
  2. 1607.