Baurn im bistumb Speiern werden auffrhurisch (Enoch Widman)

Aus Brevitas Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Baurn im bistumb Speiern werden auffrhurisch

AutorIn Enoch Widman
Entstehungszeit 1596
Entstehungsort Hof
AuftraggeberIn
Überlieferung Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman)
Ausgaben Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman)
Übersetzungen
Forschung

Text

[1] Anno 1502 wurffen die pfaltzgrefischen baurn bei Brussel im Speirer bisthumb einen bundschuch auff, sonderlich aber die bischoffischen baurn wider den bischoff und die thumbherrn verbundten sich mit eid zusammen, sie wolten frei werden wie Schweitz, der oberkeit nicht mehr unterthan sein, noch rent und zinß geben, wolten auch der mönchen und pfaffen weniger machen. Aber Maximilianus, der keiser, thet sie in die acht. Da kamen des pfaltzgrafen und bischoffs unterthanen an sie, fingen derselben viel, erwurgeten auch viel und lissen sie über die klingen springen. Also ward die auffrhur gestillet und bekam den baurn der Schweitzer freiheit sehr übel, musten hernach noch mehr knecht und gefangen sein alß zuvor. Also lohnete Gott den auffrhurischen baurn, wie auch hernach anno 1525.

So wurden auch dieses jhar am Rheinstrom durch solche böse buben, so sich zusam[men]geschlagen hatten,[2] viel reicher priester beraubt und der raub unter die armen prister außgetheilt. Dann sie wolten alles gleich eingetheilet haben und die prister sowol adelßpersonen reformirn. Ihr haubtman war Hans vom Drath, einer vom adel, aber sie bekamen, wie gedacht, ihren verdinten lohn.

Anmerkungen

  1. Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 247. Marginalie: "Baurn im bistumb Speiern werden auffrhurisch".
  2. Marginalie: "Prister werden beraubt".