Bedeutung der Farben und des Laubes (B380)

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Bedeutung der Farben und des Laubes (B380)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit um 1481
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Wien, Österreichische Nationalbibliothek: 2940*, 25r-26v
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Bedeutung der Farben und des Laubes; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 596-598

Inhalt

A Einleitung (1–4)

Der Sprecher kündigt an, von Farben und Laub zu berichten, die ihm gefallen, und erinnert daran, dass Liebende einander oft um das Tragen bestimmter Farben bitten.

B Pflanzenallegorese (5–114)

Die Versfassung bietet einen Katalog von 25 Pflanzen, stark auf Bäume ausgerichtet, ergänzt durch Blumen und kleinere Gewächse. Zweimal tritt Beständigkeit als Leitmotiv hervor; die sonst übliche Eiche wird hier durch die bedeutungsähnliche Stechpalme ersetzt. Der Sprecher erhält mehr Raum als in den Prosafassungen, bleibt jedoch sachlich referierend; daneben erscheint weiterhin die unpersönliche Perspektive der Pflanzenträger, sodass eine doppelte Erzählhaltung entsteht. Die komplexe Zeichendeutung der Prosa wird stark vereinfacht, was zu Verallgemeinerungen und Sinnverschiebungen führt. Die neu aufgenommenen Pflanzen werden wie folgt gedeutet: Stechpalme; Wacholder im Vergleich zur Stechpalme; Eichenlaub; Espe als Bild für Wankelmut; Hainbuche für Fröhlichkeit; Birke mit dem Sprichwort von der Kraft der Liebe; Weide als Zeichen des Minneleids; ein wohl immergrünes Laub für Stetigkeit; Rose als Leben in Beständigkeit und Reinheit; Veilchen; Maßholder; Hasel; Hagedorn; Linde; Heide; erneut Veilchen; wohl Gamander für Treue im Wort und Wankelmut im Herzen; wohl Feigenlaub für fehlende Stetigkeit und Liebe um der Gaben willen; Tanne; Klette; Nessel; Maiblume; nochmals Wacholder; Maulbeerlaub; Esche für geringe Dauer.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 597f.)