Besuch bei der Geliebten (B258)

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Besuch bei der Geliebten (B258)

AutorIn Überlieferung ab 1470
Entstehungszeit
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 488, 113v-118v
Leipzig, Universitätsbibliothek: Ms. Apel 8, 243r-248v
München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 714, 16v-22v
Prag, Knihovna Národniho muzea: Cod. X A 12, 94v-98v
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Besuch bei der Geliebten; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 392f.

Inhalt

A Spaziergangseinleitung

Der Sprecher wandert an einem Sommertag durch einen vertrauten Garten voller Blüten, Düfte und Vogelgesang. Die Schönheit der Natur erfüllt ihn mit Freude. Als er sich ausruht, fallen ihm die Augen zu; obwohl keine klare Markierung folgt, sind die weiteren Ereignisse als Traum zu verstehen.

B Traum

Ein Freund erscheint, nimmt ihn bei der Hand und führt ihn dorthin, wo er seine Geliebte sehen könne — für den Sprecher das Ende allen Kummers. Sie gelangen in ein prachtvolles Haus und vor ein ebenso schönes Zimmer; der Sprecher tritt allein ein. Leise, fast schwebend, geht er an vielen schlafenden Frauen vorbei, bis er das schönste Bett erreicht, in dem seine Geliebte liegt. In höchstem Glück betrachtet er sie, bis sie erwacht und sich erschrickt. Auf ihre Fragen beruhigt er sie und bittet lediglich darum, sie ansehen zu dürfen. Sie gewährt es, reicht ihm die Hände, und er bekräftigt kniend seine Treue und seinen Dienst. Sie mahnt ihn zur Aufrichtigkeit, zur Verschwiegenheit und zur Ausschließlichkeit ihrer Beziehung und stellt ihm als Lohn einen „Kranz von Wohlmut“ in Aussicht. Er betont seine Unwürdigkeit und bittet, ihre nackten Arme sehen zu dürfen, was sie trotz Unverständnis erlaubt. Nach einer kurzen Schönheitsbeschreibung bittet er um eine Umarmung. Sie weist ihn zunächst ab, willigt dann aber ein, wenn er sich kurz abwendet, damit sie sich ankleiden könne. Kurz darauf erscheint sie in ärmelloser Kleidung, die ihn an einen Engel erinnert. Sie umarmen sich. Danach bittet sie ihn, leise und unbemerkt zu gehen. Er möchte länger bleiben, doch sie verspricht, ihm immer zu Willen zu sein — unter der Bedingung ehrenhafter Minne. Er versichert erneut seine Ehre und Beständigkeit. Der Text bricht ohne Abschied und ohne Erwachen ab.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 392f.)