Bierbetrug (Enoch Widman)

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Bierbetrug

AutorIn Enoch Widman
Entstehungszeit 1596
Entstehungsort Hof
AuftraggeberIn
Überlieferung Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman)
Ausgaben Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman)
Übersetzungen
Forschung

Text

[1] So ist auch in diesem und folgenden monat[2] (wie dann dergleich zuvor und hernach geschehen) groß mißtreue und geitz unter den weibern mit der heffen gespürt worden, indeme derselben etliche zu 18 und mehr kuf- fen zu einem gebreu bei den leuten alhie bestellet, ihren teil, und zwar die allerbesten, davon behalten und die übrige, die noch wol zum bier zu gebrauchen gewesen, den branten weinbrennern viel lieber gegönnet. Alß dem nächsten damit geholffen, doch also und dergestalt, daß sie allweg auß zweien zubern drei gemacht und ihren mercklichen vortheil hirmit gesucht. Dannen her viel burger biß zu end des breuens, zuvor unerhörter weiß, frembde heffen holen, andere in mangel solcher haben das bier demselben ungegeben etliche tag stehen lassen müßen, darauff manchem daß bier umbgeschlagen und ungegorn blieben, ob man gleich solchem bißweilen zum andern und dritten mal gegeben. Waß dieses bei gemeiner stadt für ein ruhm und waß für schaden darauß erfolget, ist leichtlich zu [S. 583] ermessen und die bösen biere habens durchs ganze jahr gnugsam außgewießen, welche krancke leut und sechswöchnerin zu ihrem grosen nachtheil und schwechung der leibkräfften trincken und noch darzu im herbst umb 6 d bezahlen mußen.

Anmerkungen

  1. Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 582f.
  2. Januar und Februar 1607.