Costel Töpffer wird in seinem haus ermordet (Enoch Widman)
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Costel Töpffer wird in seinem haus ermordet | |
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| AutorIn | Enoch Widman |
| Entstehungszeit | 1596 |
| Entstehungsort | Hof |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Ausgaben | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Übersetzungen | |
| Forschung | |
Text
[1] Anno 1545, am sontag vor Fabiani und Sebastiani, den 18. januarii, ist Cosmas Hertweg, töpffer allhie, ein feiner ehrlicher und arbeitsamer mann, den man sonst Costel Töpffer hiesse, uff den abendt in seinem eignen haus, vor dem Untern Thor zwischen Wolff Wunscholden spitalmeisters und Erhard Daumen behaussung gelegen, neben seinem weib und seiner magd jemmerlich ermordet worden, mit dieser gelegenheit, da die magd, ettwan umb 8 hor zu nachts, des töpffers ihres herrn drei kinder zu bett geschaffet, gehet sie in den keller einen convent oder kofendt zu holen, darinnen sich eines glasers in der altenstadt knecht, der gute gelegenheit im haus gewust, verborgen hatte. Der bleset alßbalden der magd das licht [S. 351] aus und ersteckte sie. Des Töpffers weib, eine tochter Hansen Frölichs von Lichtenberg, alß sie lang ufF die magd, die nicht widerkommen wolt, gewartet und derselben ettlichmal geruffen und doch kein antwort gehöret, gehet selbsten in den keller, zu sehen, wo die magd bleibe und wird ihr gleichsfalls von dem meuchelmörder die keel abgedrucket. Derselb machet sich, nach begangenem doppelten mord, aus dem keller hinauff in die stuben, findet den haußherren über dem tisch schlafendt, bringt ihn auch umb und schleiffet ihn hernach in den keller hinab zu den andern beden todten personen, gehet widerumb in die stuben, erbrichet den einen tisch, darinnen er 100 fl und zwei silberne trinckgeschirr findet, deren eines wie ein butten formirt. Dieses alles nimbt er zu sich und kommet also hinweg, daß die armen kinder, die noch klein und in der kammer beisamen waren, nichts umb ihrer eitern schreckliches endt wußten. Deß morgens, alß die haußthur, wider die gewonheit, ufF ettliche stunden zugemachet bleibt und die kinder hefftig schreien, eröffnen die nachtbarn das hauß und finden entlieh den haußvatter sambt seinem weib und der magd im keller tod liegen, vermeinen nicht anders, sie seien von dem dobel oder pradem und dampff des biers (weil Wunschold neulich gebreuet hatte und sich solcher dobel bißweilen von einem keller in den andern zeucht) alle drei ersticket, biß endtlich der mörder zu Kitzing einkommen, unter andern ubelthaten auch diese bekandt und derhalben mit gluenden zangen daselbst gezwicket und geradtbrecht worden ist.
Anmerkungen
- ↑ Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 351f. Marginalie: "Costel Töpffer wird in seinem haus ermordet".