Der Frauen Unstetigkeit (Pseudo-Heinrich der Teichner) (B291)

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Der Frauen Unstetigkeit (B291)

AutorIn Pseudo-Heinrich der Teichner
Entstehungszeit Überlieferung ab 2. Hälfte 15. Jahrhundert
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Fassung I:
Berlin, Staatsbibliothek: Ms. germ. fol. 564, 142v-143r
München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 189, 213v-214r

Fassung II:

London, British Library: Add. 24946, 52v-53r
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 452f.

Inhalt

A Frage und Antwort

Der Sprecher berichtet, man habe ihn gefragt, was das Negativste an schönen Frauen sei. Seine Antwort lautet: ihre Unbeständigkeit. Eine solche Frau verliebe sich in jeden Mann, den sie sehe, wechsle ständig ihre Liebhaber und spiele mit den Männern. Sie sei wankelmütig wie Aprilwetter. Komme ein Fremder aus weiter Ferne, schreibe er sich sofort in ihr Herz ein und verdränge den bisherigen Geliebten.

B Bildhafte Veranschaulichung

Zur Verdeutlichung führt der Sprecher ein Gleichnis an: Eine unbeständige Frau handle wie ein Blinder mit seinem Stock, der eher sich selbst als andere trifft. Ebenso schade sich die Frau selbst, wenn sie sich an viele Männer wendet und sie zu Bewunderern machen will. Am Ende müsse sie großen Kummer ertragen.

C Empfehlung und Schluss

Wenn eine Frau sich unbedingt auf die Liebe einlassen wolle, solle sie einen Mann wählen, dem sie treu bleibt, und eher den Tod wollen, als einen anderen zu lieben. Der Text endet mit der Teichner‑Signatur.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 453)