Die deudsche meß wird allhie angefangen und das evangelium öffentlich gepredigt (Enoch Widman)
|
Die deudsche meß wird allhie angefangen und das evangelium öffentlich gepredigt | |
|---|---|
| AutorIn | Enoch Widman |
| Entstehungszeit | 1596 |
| Entstehungsort | Hof |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Ausgaben | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Übersetzungen | |
| Forschung | |
Text
[1] Anno 1529, sontag nach Egidii, welcher war der 15. nach Trinitatis, uff den 5. septembris, hat man zum Hof, zu S. Michel, die deudsche meß angefangen und das evangelium offentlich ohne scheu und Verhinderung gepredigt und ist die fürstliche kirchenordnung, wie es in der pfarrkirchen zu S. Michel gehalten werden soll, durch magister Caspar Loener gestellet, angerichtet und in das schwartze kirchenbuch ordentlich zusammengeschrieben worden. Da dann der bischoff zu Bamberg sich seiner geistlichen jurisdiction allhie verziegen und dagegen von marggraff Georgen ettliche andere gerechtigkeiten entpfangen hat. Es sind auch ettliche mönchen, alß herr Thomas Mothel, Erhard Döbs und andere mehr zu dem evangelio getreten. Andere sindt aus dem closter gesprungen und haben ihre gelegenheit anderßwo gesuchet, sich auch gerhumet, wie sie durch den heimlichen gewelbeten gang unter der erden aus ihrer wohnung offtmals in das nonnencloster kommen, mit den nonnen gebadet und seltzame kurtzweil mit ihnen getrieben hetten.[2]
Die alten verlebten, als mönch Wolffgang Knoll, Adrianus Fischer etc. siendt biß an ihr endt im closter erhalten worden. Nach welcher absterben das closter marggraf Albrechten, alß dem jüngsten erbene heimgefallen ist, der es dann einem erbarn rath sambt dem jerlichen einkommen geschenckt, eine feine wolbestellete schulen darinn anzurichten, alß hernach geschehen.
Eodem anno, montag nach Nativitatis Mariae, den 13. septembris,[3] hat Hanns Geilßdorff, aus einem christlichen eifer, den altar in S. Michelßkirchen, zu S. Wolffgang genant (so von seinem vatter Caspar Geilßdorff am nechsten pfeiler bei dem predigstul, gegen dem Hohen Altar zu, uffgerichtet worden) widerumb abgebrochen, auch das heiligthumb aus dem Heiligen Grab gerissen, damit es den leuten zur abgötterei nicht mehr ursach geben kundte, wiewol ihme solches, weil ers für sein eigne person gethun, von vielen übel ausgelegt wurde.
Anmerkungen
- ↑ Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 324. Marginalie: "Die deudsche meß wird allhie angefangen und das evangelium öffentlich gepredigt".
- ↑ Vgl. Klagen und beschwerligkeiten wegen deß nonnenclosters werden gewendet (Enoch Widman).
- ↑ Marginalie: "Hansen Geilßdorffs eifer".