Feuersbrunst thut grossen schaden zum Hof (Enoch Widman)

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Feuersbrunst thut grossen schaden zum Hof

AutorIn Enoch Widman
Entstehungszeit 1596
Entstehungsort Hof
AuftraggeberIn
Überlieferung Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman)
Ausgaben Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman)
Übersetzungen
Forschung

Text

[1] Anno 1517, freitag nach Matthaeus Tag, den 25. septembris, ist gemeine stad mit einer grossen feuerßbrunst beschedigt worden, in welcher die eine seiten des marckts von S. Michelßgeßlein an biß zum Untern Thor, dann ferner die gantze Orla sampt der priesterheuser, biß an S. Michelßkirchen, nemlichen uberal 50 heuser und drei Scheunen, gantz und gar weggebrandt, also daß man die kirchen S. Michaelis schwerlich und mit grosser not für dem feur erhalten können. Das feur aber ist bei Nicol Sörgel durch ein loses megdlein also außkommen, in dem haus bei dem Steinern Rörkasten, welches von S. Michelßgeßlein an das funffte ist, darinnen weiland burgermeister Hans Thech gesessen. Da dasselbe megdlein uff gedachten 25. septembris morgens fru umb 4 hor auffgestanden und spinnen wollen, hat es hinten in einer kammer, darinnen es sein lager gehabt und das enspindelein verlohren, mit ungewehrlichen und unvorsichtigen [S. 295] hin- und widerleuchten umbgesuchet und mit der brennenden schleissen in das bettstro gereret, welches dann alßbalden angangen und brennendt worden. Obwol man aber anfenglich gar leichtlich hette leschen konnen, wann das megdlein nur geschrien und solches angezeigt hette, ist doch dasselbe unvermeldter sachen, im schrecken und weil es die straff gefurchtet, alßbald aus dem haus uff Mönchberg, daher es burtig gewesen, zugelauffen, also daß das feuer von einem boden und haus in das ander kommen, das stro und gebichten fesser erwischet und eh mans forne in den heusern recht gewahr worden, umb 7 hor vormittag dermassen über sich kommen und mit macht fortgedrungen, das es nicht mehr zu dempffen gewesen. Die schulerlein liefen vor furcht aus der schul zum Michelgeßlein über die Hohen Steg hinaus, meineten nicht anders, dann es wurde die gantze stad abbrennen, musten hernach die eltern lang umblauffen und diselben suchen, besorgendt, sie möchten ettwa durch das grosse getummel und aufflauffen oder sonsten durch das feur beschedigt werden. Damalß wuste kein mensch in der stadt, wie das feur angangen oder von weme es herkommen, biß über ettlich jar das gedachte megdlein, alß es ein offentliche lose vettel worden, solches bekandt und offenbar gemachet hat.

Anmerkungen

  1. Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 294f.. Marginalie: "Feuersbrunst thut grossen schaden zum Hof".