Gespräch über die graue Farbe (B384)

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Gespräch über die graue Farbe (B384)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung Ende 14. Jhd.
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Den Haag, Koninklijke Bibliotheek: Cod. 128 E 2, 32vb-33va
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 603f.

Inhalt

A Einführung (1–38)

Der Sprecher berichtet, er habe die Geschichte von einem Jäger gehört: Dieser reitet nachts durch den Wald, wartet auf einer Lichtung auf den Morgen und sieht neben sich einen schönen Baum. Darauf erscheint eine Dame in goldenem Kleid, mit schwarzem Pelzmantel, kostbarem Gürtel, grauem Unterkleid, Schleier und Krone. Unter ihrem Mantel liegt ein Ritter, den sie an ihre Brust zieht.

B Belauschter Dialog zwischen Dame und Ritter (39–119)

Der Jäger hört, wie die Dame Christus dankt, weil sie diesen Ritter über alles liebt, ihn aber nur selten sieht; Frau Minne habe sie ihm völlig hingegeben. Der Ritter preist sie überschwänglich und erklärt, sie habe ihm alle Sorgen genommen. Sie erwidert, er erfülle all ihre Wünsche und sei ihr höchstes Begehren. Auf seine Frage nach ihrer grauen Kleidung erklärt sie, Grau sei eine Mischung aus Blau und Weiß und vereine Beständigkeit mit Reinheit; daraus erwachse die Ehre aller guten Frauen. Schwarz hingegen bedeute, die Minne zu verbergen. Der Ritter bittet sie, ihm die Farben zu übergeben, und sie stimmt zu. Beide umarmen sich innig.

C Schluss (120–132)

Der Sprecher, nun als Jäger, zieht sich zurück, um das Paar nicht zu stören, und bittet Gott, sie vor dem Gerede der Minnefeinde zu schützen. Dann reitet er durch den schönen Wald davon und lässt die Freude des Ortes hinter sich.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 603f.)