Heuschrecken kommen in Deudschlandt (Enoch Widman)
|
Heuschrecken kommen in Deudschlandt | |
|---|---|
| AutorIn | Enoch Widman |
| Entstehungszeit | 1596 |
| Entstehungsort | Hof |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Ausgaben | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Übersetzungen | |
| Forschung | |
Text
[1] In diesem jar, im augstmonat, ist ein erschrecklicher hauff großer heuschrecken, so eines fingers lang waren und mancherlei gestallt, auch hinten uff dem rucken wie monchskutten hetten, aus Polen und Behem durch Deudschland gezogen, so dick und vielfeltig, daß man den himel für ihnen nicht sehen kondte. Sie brausseten auch in ihrem flug, alß wann ein starcker gewaltiger windt kerne. Diese frassen den habern und alles was sie an fruchten uff dem feldt fandten, stumpff hinweg. Derhalben schurete das bauersvolk hin und wider feur ins feldt und machete uberal ein grossen rauch, da sich das ungeziffer niderlies, damit dasselb abgetrieben wurde. Diese heuschrecken bedeuteten frembde gest, nemlich die unfletigen Spa[S. 356]nier, welche keiser Carol V., uff des babsts anhetzen, im deudschen krieg, gemeinem vatterland zu grossem nachtheil, damalß mit sich in Deudschland fuhrete, davon besihe die historiam Schleidani.
Anmerkungen
- ↑ Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 355f. Marginalie: "Heuschrecken kommen in Deudschlandt".