Kampf zwischen König Erentrijc und König Grans (B495)
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Kampf zwischen König Erentrijc und König Grans (B495) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung Ende 14. Jahrhundert |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Den Haag, Koninklijke Bibliotheek: Cod. 128 E 2, 38vb-41rb |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 926f. |
Inhalt
A Prolog (1–20)
Der Sprecher eröffnet mit der Bitte, Gott möge jedem geben, was ihm zusteht, und stellt König Erentrijc als vorbildlichen Herrscher vor. Sein Name stehe für Tugend und Gerechtigkeit; er schütze Witwen und bekämpfe das Böse. Dies sei in der Gegenwart selten geworden, da viele Herren nur ihren eigenen Vorteil suchten und dadurch Unschuldige schädigten.
B Kriegsrat (21–103)
Eine Witwe beklagt, dass König Grans ihr Land und ihre Burgen an sich reißen wolle. König Erentrijc beschließt, für sie in den Krieg zu ziehen. Er ruft seine Vasallen zusammen, die alle zum Kampf bereit sind. Seine fünf Hauptstreiter — Hoefscaert, Mildriaen, Blijscap, Goet-compaen und Openbaer — treten mit jeweils zwei Knappen an, die allegorische Eigenschaften verkörpern. Gemeinsam bereiten sie sich auf den Feldzug gegen Grans und dessen Berater vor.
C Beginn des Kampfes (104–183)
Hoefscaert eröffnet den Kampf und entreißt König Grans die Krone. Die Berater des Gegners versuchen, ihn zu schützen, doch Mildriaen und später Blijscap und Goet-compaen greifen ein. Openbaer erscheint stets dort, wo er gebraucht wird, und legt mit Brant ein Feuer im Saal des Gegners, während Waern sie wieder hinausführt. Alle kämpfen mit Hilfe von Minne und Abenteuer.
D Auszug von Herr Erentrijc und seinen Knappen (184–336)
Erentrijc ruft weitere Kämpfer aus seiner Familie und aus den Niederlanden herbei. Er warnt Waern vor Openbaer, der oft Unruhe stiftet. Die Kämpfer stürzen sich wie Löwen in die Schlacht. Waern wird bedroht, hält aber stand. Die Truppen Erentrijcs stärken die bereits Ermüdeten und besiegen viele Männer aus Gransivallen. Die feindlichen Berater fallen, und die Gegner fliehen in ihre Burg. Gott, Maria und Sankt Georg stehen den Tugendhaften bei. Schließlich kommt es zum Zweikampf zwischen Grans und Erentrijc. Obwohl Erentrijcs Seite siegt, kehren die Kämpfer verwundet zurück.
E Versorgung der Verwundeten und Schluss (337–411)
König Grans lässt vergiftete Pfeile abschießen, die von den Frauen eingesammelt und verbrannt werden. Der Sprecher erklärt, dass dieses Feuer die Trauer der Reinen vertreibe, aber die Bösen verletze — das Gift kehre zu denen zurück, die es verbreiten. Die Frauen pflegen die Verwundeten und heilen sie mit Worten und einem wundertätigen Schriftblatt. Erentrijc und Waern besuchen die Verletzten und raten ihnen zur Ruhe, doch diese erklären sich wieder kampfbereit. Sie sollen sich kleiden und zu den Frauen gehen, wo Freude auf sie warte. Der Sprecher lobt Erentrijcs Verhalten als wahrhaft ritterlich und betont, dass Tugend Freude bringe, während Neid Unheil stifte.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 926f.)