Klage über die falsche Minne (B297)

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Klage über die falsche Minne (B297)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Vor 1464
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 270, 207v-208v
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Stridde, Christine: Klage über die falsche Minne; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 462f.

Inhalt

A Weltklage

Der Sprecher kündigt an, von jener Liebe zu sprechen, die alle Menschen miteinander verbindet. Spät am Abend denkt er über die Torheit der Welt nach. Die Welt habe ihr „Zelt umgeworfen“ und sich der falschen Liebe zugewandt: Schlechtes werde nicht mit Gutem vergolten, die Lüge herrsche, Unrecht dominiere, Gerechtigkeit werde nur vorgetäuscht, und die Weisheit sei geflohen.

B Warnung

Er mahnt Frauen und Männer gleichermaßen: Die Frau solle sich nur auf ihren eigenen Mann einlassen, der Mann solle niemandem aufgrund des äußeren Scheins vertrauen. Vor der Untreue der Welt müsse man sich hüten, denn weder Geistlichen noch Bauern sei noch zu trauen. Wer bewahre, was er habe — die Frau ihren Mann, der Mann seinen Besitz —, lebe ehrenvoll bis zum Ende.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 462f.)