Klagschrifft über dem tödtlichen abgang herrn Hans Prucknern, des eltern (Enoch Widman)
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Klagschrifft über dem tödtlichen abgang herrn Hans Prucknern, des eltern | |
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| AutorIn | Enoch Widman |
| Entstehungszeit | 1596 |
| Entstehungsort | Hof |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Ausgaben | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Übersetzungen | |
| Forschung | |
Text
[1] Klagschrifft über dem tödtlichen abgang herrn Hans Prucknern, des eltern
Der todt durch seinen neidt und haß,
Damit er tobt ohn unterlaß
Gegen uns menschen, hat genommen
Aus dieser welt einen sehr frommen:
Nemlich Johann Prucknern, den alten,
Welches gebein werden gehalten
Hie unter diesem marmelstein,
Idoch lebet der name sein
Und bleibt bekandt, nach seinem todt,
Bei den nachkommen und bei Gott,
Weil er sich wol verdienet hat,
Mit gutem lob umb diese stadt.
Und ließ ihm stets bevollen sein
Die wolfart dieser gantzen gemein,
Achtet höher gemeinen nutz,
Mit rath und that, mit hulff und schutz,
Alß sein eignen genies: mit rhum
Sein ambt er fuhrt. Billich darumb
Ihm Aristides nam geburt,
Welcher Justus genennet wurd.
Uber das liebt er Gottes wort,
Bekandt dasselb und gerne hort
Inn gluck und trubseliger zeit.
Die armen leut auch tragen leid
Umb seinen todt, weil er ihn hat
Gedient alß ein freundt, fru und spat.
Viel söhn und töchter er verlies,
Welche werden sein lob gewies
Erhalten. Dann sie dir herr Christ,
Der du unser erlöser bist,
Von ihrem vatter in der tauff
Jung zugetragen sindt mit hauff.
Daß du sie durch dein gnade all
Sterkest und behutest vor fall,
Wie dises schon gemehld vermeldt,
[S. 362] Welches sein liebe söhn gestellt
Und ihrem todten vatter han
Zugleich die ehren angethan,
Seinem cörper solch grabschrifft gesetzt,
Demnach er ist vom tod verletzt.
Die seel aber im himel ist
Und ruhet sanfft bei Jesu Christ.
Seine grabschrifft
Dem ungluck ist entzucket worden
Hans Pruckner aus der alten orden
Durch den zeitlichen tod, alß hat
Herr Reuß und Thumßhirn diese stadt
Belegert und sehr hart beschwert.
Drumb Gott, den mann legt in die erdt,
Errett ihn von des feindtes handt,
Weil sonderlich er Pruckner gnant,
War alt und dieses lebens satt,
Sechzig und zwei jar auff sich hatt.
Sein leib in diesem grab itzt ruht,
Der geist steht in ewiger hut,
Bei Christo seim erlöser gut.
Anmerkungen
- ↑ Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 361f.