Klopfan, klopfan! Ain guts seligs neus jar gee dich an! (Hans Rosenplüt)
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Klopfan, klopfan! Ain guts seligs neus jar gee dich an! | |
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| AutorIn | Hans Rosenplüt |
| Entstehungszeit | |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek: Cod. Quart 565, 53v (online) (einzig bislang eingepflegter Zeuge; muss noch systematisch erfasst werden) |
| Ausgaben | Kully, Elisabeth (Hg.): Codex Weimar Q 565, S. 162-167 Schade, Oskar: Klopfan, S. 32-36 |
| Übersetzungen | |
| Forschung | |
Transkription[1]
Nach Q 565:
Klopffan klopffan
Ein guts seligs news jar ge dich an
Vnd ob dw nit lennger wolst peyten
Vnd wolsst in rennkopf reytenn
So soltu dir vor ein varb machen
Die dich an eren mit thut schmehen
Vnd deiner jugennt gezirt
Vnd deinem pulen sey genem
Zue dem ersten vindestu sten
Die nachtigal auff dem gronen ast
Damit grün die paum fecht an
Grün erzaigt manchen man
Grün in allem meinem sind
Ist der lieb ein angefing
Grün soltu allezeyt haben wert
Ob dein hertz der lieb begert
Grün ist gar ein frolichs klaid
Wer es nach seinem wirden treyt
Grün sol niemant tragenn
Der in lieb will verzagenn
Wer grün mit freuden tragen will
Der sol der lieb setzenn kain zill
Wer rechter lieb will pflegenn
Der muss sich des verwegenn
[61v]Das er sich darzue wenndt
Das er dem anfanck geleich den ennd
Vnd sol ingeleichem diennst stan
Ob er erst hab gefanngen an
Also thün die nachttigalenn
Mit manchen süssenn halenn
Wan sie sich vermehellt hat
So sücht sie ir ein aigene stat
Das sie ine freüden danen will
Durch lieb auff enndes zill
Zue diennst irem lieb fein
Bis das sie kumpt in des todes pein
Also soltu bringen den anfangk
Zue dienstes endt auff liebes danck
Hastu den willen im hertzenn gar
So magstu frölich auff den rennhoff farn
Vnd die grünen varb nit sparn
Darnach tracht an allenn spot
Den fenix auff der rosenn rot
Rot ist ein zaichen prynnender lieb
Das ist zue tragen mit guten syten
Welchs hertz mit grün hat angefange(n)
Das er mit lieb begert zuerlannge(n)
Das man kain zill noch frist mag thun
Vnd kan im selbs nit wider stan
Das er in hitziger begir strebt
[62r]Vnd sich mert die weil er lebt
Vnd sich wenndet alle sein fart
Nach des uogels fenix art
Der ist einig auff der erdenn
Vnd mag auch keiner mer werdn
Ine dem feüer er sich vernewt
In trauern erkückt dein lieb mit
Nach des edelen fenix siten
Wes lieb sich von tag zu tag neüt
Der trag rot der lieb flammen
So stet freüd auff fredige flammen
Nun vindestu mit zuchtigem vleis
Den samen auff der lilgen weis
Weyss ist der lieb ein edler tran
Die soltu haben in wirden schon
Wer im hertz(e)n lieb begert
Vnd mit weis wirt gewert
Der halt es schön bis in sein enndt
So nymbt sein lieb ein frolichs enndt
Mit weyß gewert bedewt kewsch
Vnd züchtige lieb an alles gereüsch
Wer trost vnd freüd von lieb begert
Der halt zucht so wirt er gewert
Vnd bis an trew vnd lieb nit lass
Als der staub thut auff dem wasenn
Wen dw darauff legst dein vleis
[62v]So magstu frölich tragenn weis
Will sich aber dein freüd machen
So vindestu ein gürtel teublein auff plab
Plab bedewt stet: der im recht thet
So het er in aller weis
Vor aller varb den höchsten preis
Wie wol doch grun der anfangk was
Doch rot der lieb zwanngk
Was doch gewert mit zucht weis
Hastu auff stetigkait allein todt beleibt
So ist nichts nit das lieb uon lieb treubt
Pistu stet ine ffrewdenn
So bistu auch stet zue leydenn
Bistu auch stet so es woll get
So bis auch stet so es vbell get
Beleib stet an deinem pulen gut
Als das gürtel teublein thut
Wenn es sein lieb verlewßt
Kain annders es im aus erkyßt
Wenn dw wilt so stet sein
So nym ein plobs plümlein
Mach dir daraus ein kranntz
Vnd trag in frölich an den renner tanntz
Wiltu der varb nit lennger darbenn
[63r]Denn plab auff der schwartzen varb(e)n
Schwartz bedewt verporgenn
Das soltu halten in sorgenn
Wer grün rot plab oder weis
Wer lieb wil tragen in sorgen vleis
Vnd bedenckt nit wie er sich bewart
Vor der possenn Claffer art
Vnd will seiner lieb gerümbt sein
Dem wannt selten lieb trew bey
Merck die pfebin hat die art
Das sie uor lieb die ayer bewart
Das sein der plab nit wer gewar
Also thue deiner lieb gedenck gar
Mit schwartz zue aller zeyt
Vor der falschen Claffer neyt
Nun soltu kurtzlich kumen
Von dem adler auff der wegwart plumen
Wan grob bedewt hoher eren
Wiltu dein lieb mit freüden meren
Grab ist vnuertrossenn
Die wegwart plum ist verschloss(e)n
Bis sich erscheint der sunen glanntz
So get sie auff mit freüden ganntz
Vnd gibt ffreude vber tag
Dabey ein jetlichs wol mercken mag
[63v]Also nach riterlichem sytenn
Also soltu dein freüd treuben mit
Dw solt auch miltigklich geparn
Geleich dem mildten adler
Der ist milt von rechter art
Der trew in lieb nit spart
Der ist milt wil geleich
Vnd tregt grab in freuden reich
Wiltu aber nit enper(e)n
Vnd wilt nach gelber varb sterb(e)n
Die dich nit wol thut preysenn
So will ich dich in ein krum weysen
So kauff dir der gelbenn varb
Ee vnd dw ir gar darbest
Damit wunsch ich dir geluck vnd hayll
Vnd aller freudenn ein vber teyll
Zue disem hoff nach eren strebenn
Vnd darzu das ewig lebenn
Anmerkungen
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