Liebesbrief (B146)

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Liebesbrief (B146); Liebesbrief III

AutorIn Anon.
Entstehungszeit 15. Jhd.
Entstehungsort Kölner Raum
AuftraggeberIn
Überlieferung Königsberg, Archiv: Ohne Signatur (verschollen)
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Altenhöfer, Florian: Liebesbrief III; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 183f.

Inhalt

A Botenauftrag

Der Sprecher sendet den Brief aus und trägt ihm auf, die Geliebte nicht nur mit seinen Worten, sondern aus tiefstem Herzen zu grüßen.

B Liebesbekenntnis

Er gesteht der Geliebten, dass er ihr seine Liebe bisher nie offenbart habe, nun aber von seinem verwundeten Herzen sprechen müsse. Nach einer Reihe überschwänglicher Liebesnamen folgt die Versicherung ihrer Einzigartigkeit. Nähme sie seinen Dienst an, wolle er sie reich belohnen; möge sie ihn nicht strafen, sonst verlöre er alle Freude. – Refrain.

C Bitten an die Geliebte

Er betont, sie trotz der Entfernung ständig im Herzen zu tragen, da sie seine einzige Hoffnung sei. Er bittet um Auskunft über seine Chancen und mahnt sie, das „Kleid der Ehre“ zu bewahren und Gottes Lehre zu folgen.

D Bitte an Gott

Der Sprecher fleht Gott an, die „Rose“ – seine Geliebte – zu schützen und ihr wie auch allen, die gut von ihr sprechen, das Leid zu nehmen. Auch er selbst habe aus seiner aufrichtigen Liebe Schmerz erfahren und alle Freude verloren. – Refrain.

E Schluss

Er bekräftigt seine Liebe und hofft, sie nicht bereuen zu müssen. Mit einem scherzhaften Segenswunsch verabschiedet er sich, bittet die Geliebte, seiner zu gedenken, und vermerkt den Entstehungsort des Briefes. Er unterschreibt mit dem Ananym Nyella nyed („deyn alleyn“). Nach dem Refrain folgen noch ein Klagevers und eine Beteuerung seiner Aufrichtigkeit.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 184)