Liebesbrief (B147)
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Liebesbrief (B147); Mein frontliches leib vnnd höchster schacz | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung um 1500 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Berlin, Staatsbibliothek: Mgq 495, 19r-21r |
| Ausgaben | Dorobantu, Julia/Klingner, Jacob/Lieb, Ludger (Hg.): Minnereden, S. 67-72 |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 185f.; Schulz-Grobert, Jürgen: Deutsche Liebesbriefe in spätmittelalterlichen Handschriften |
Inhalt
Der Sprecher bittet die Geliebte, nicht auf das Gerede der Klatschsüchtigen zu hören und zum Schein Abstand zu ihm zu halten, um Gerüchte zu vermeiden. Er weiß, dass sie seinen Kummer lindern wolle, und ertrage sein Leid geduldig bis zur erhofften Erlösung durch ihren roten Mund. Sollte sie ihm jedoch keine Hoffnung geben, müsse er sich anderweitig orientieren und den „Orden der Ungebundenheit“ wählen. Gleichzeitig hofft er weiter auf ihre Zuwendung und bittet sie, ihn nicht zu täuschen. Obwohl er keinen Grund habe, an ihr zu zweifeln, müsse er diesen Vorbehalt aussprechen. Er fordert Gegenseitigkeit: Dann werde er ihr treu bleiben, denn sie bewahre sein Herz, und er halte ihres – bildlich dargestellt – an einer Angel. Nach erneuter Treueversicherung stellt er ihr ein Rätsel, das er bei einem Treffen lösen wolle. Er beklagt die strenge huote und wünscht zu wissen, wann der Wächter das Haus verlässt, damit sie sich heimlich sehen können – ohne Anlass zu neuem Gerede. Er wirft ihr vor, mehrere Verehrer zu haben, und fürchtet, verdrängt zu werden, zumal sie einem anderen bereits Nähe gewährt habe. Sollte sie sich abwenden, wolle er, trotz seiner bisherigen Treue, eine andere Frau suchen.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 185f.)