Liebesbrief (B193)

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Liebesbrief (B193)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit 1463 (?)
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Unbekannt (nur in der nhd. Übertragung vorliegend)
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 236f.

Inhalt

A Prosaeinleitung

Der Sprecher grüßt die Geliebte, versichert seinen Dienst und meldet, dass es ihm gut gehe, was er auch für sie erhofft. Dann beauftragt er den Brief, als sein Bote zu handeln.

B Gruß (1–16)

Er sendet der Geliebten herzliche Grüße, zahlreicher als Worte oder Schrift es leisten könnten, und so unzählbar wie Tropfen im Meer. Er grüßt auch ihren Mund, erneuert seine Dienstbereitschaft und bittet sie, alles geheim zu halten.

C Liebesbekenntnis und Schönheitspreis (17–40)

Der Brief soll nicht nur seinen Dienst bekräftigen, sondern auch um ein heimliches Treffen bitten, bei dem er sein Leid klagen kann. Er gesteht, Tag und Nacht an sie zu denken, und bittet sie, ihn nicht zu vergessen. Es folgt ein Preis ihrer Schönheit (Brauen, Haare, Kinn, Mund, Wangen) sowie der Wunsch nach einem kurzen Zusammensein, das seinen Kummer lindern würde.

D Schluss (41–62)

Zum Abschluss bittet er, seine Worte richtig zu verstehen und den Inhalt des Briefes geheim zu halten. Er empfiehlt sie Gott, Maria und den Heiligen und verabschiedet sich mit einem übersteigerten Gute‑Nacht‑Wunsch. Seinen Namen nennt er nicht, da sie ihn ohnehin erkenne.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 237)