Lob der Frauen und Schelte auf die Merker (B273)
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Lob der Frauen und Schelte auf die Merker (B273) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung 1. Viertel 15. Jhd. |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz: Ms. germ. fol. 922, 17rb-17vb |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 428f. |
Inhalt
A Eingang
Der Sprecher beginnt mit einer bescheidenen Einschränkung seiner Kompetenz und stellt konventionell fest, dass eine edle Frau das höchste irdische Gut sei. Sie verleihe hohen Mut, heile Kummer, sei makellos und ihre Minne ein kostbarer Besitz.
B Preis und Schelte
Er entfaltet eine dialektische Gegenüberstellung von Frauenpreis und Klafferschelte. Reine Frauen würden überall von ihren Widersachern in Ehre und Ruf bedroht und litten deshalb große Herzensangst — besonders in ihrer Rolle als „Freudenbringerinnen“. Der Sprecher reagiert mit deutlicher Parteinahme und drastischen Verwünschungen der Minnefeinde. Diese können unpersönlich, in der Ich‑Form oder als Bitte an Gott formuliert sein und werden durch Apostrophen verstärkt. Leitbegriffe wie doight/blyscap und nyder/wroeger strukturieren die Gegenüberstellung.
C Schluss
Der Sprecher schließt mit direkter Ansprache des Publikums. Die edlen Frauen sollen für sich selbst Sorge tragen und sich „frommütig, beständig und wandelssicher“ verhalten, um eine „süße Frucht“ zu bleiben. Den Widersachern sendet er ein scharfes tfy, den Verteidigern einen Segenswunsch. An die höfische Gesellschaft insgesamt richtet er den abschließenden Appell: „Widersteht!“
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 428f.)