Marggraf Albert bekrigt die bischof Bamberg Wirtzburg und die Nurnberger (Enoch Widman)
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Marggraf Albert bekrigt die bischof Bamberg Wirtzburg und die Nurnberger | |
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| AutorIn | Enoch Widman |
| Entstehungszeit | 1596 |
| Entstehungsort | Hof |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Ausgaben | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Übersetzungen | |
| Forschung | |
Text
[1] Anno domini 1553, den 13. januarii, ist der krieg marggraffen Albrechts wider die bischoff Bamberg und Wirtzburg, auch die Nürnberger, weil sie den mit ihm gemachten vertrag nicht gehalten, uffs neu wider angangen und sindt allhie zum Hof gemustert worden zwei fehnlein landvolk so stark und wolgerust, welche nach Culmbach und von dannen neben dem andern krigsvolk für ettliche städte und embter des bischoffs zu Bamberg gezogen und dieselben, weil sie vom marggrafen abgefallen waren, widerumb eingenommen haben. Sindt hernach den 21. januarii alle miteinander ohne erlidtenen schaden wider heimkommen.
In diesem jar, den 5. junii, hat es an ettlichen orten, auch zu Erfurd, blut geregnet. Item den 8. junii zu Leipzig, bedeudent die blutige schlacht uff der Lunenburger Heid zwischen herzog Heinrich von [S. 374] Braunschweig, herzog Moritz churfursten an einem und marggraf Albrechten anderstheils.
In dem holtz und uff dem platz, da hernach die schlacht geschehen,[2] hat man ettliche tag zuvorn gros getummel, rennen, jemmerlich schreien und wehklagen gehöret, auch eine stimm, die da offtmals gar laut, Weh, weh, weh, geschrien.
Den nechsten tag vor der schlacht hat ein ungestummer windt zwei gezelt herzog Moritzen hernidergerissen, eines, darinnen er malzeit gehalten, und das ander, darinnen die kuchen gewest. Den andern gezelten allen ist nichts widerfahren. Item die kinder uff den gassen macheten ihnen fehnlein von papier und leinwad, rotteten sich zusammen und zogen wider einander, schlugen auch einander, daß das blut drauff folgete. Item ettliche wochen vor der schlacht ist in Meissen offt ein gantzes herr hundt zusammenkommen, sindt ineinander gefallen und sich sehr gebissen, daß man sie weder mit schreien noch schlagen voneinander bringen können.
Sechs monat vor der schlacht, nemlich den 9. januarii zu fru, da es noch gar finster gewesen, hat sich zu Berlin ein groser windt erhaben, welcher dem außgehauenen bild herzog Moritzen, so in dem schloß neben andern bildern gestanden, den kopff herabgeworffen. Do dargegen der andern fursten und herren bildnusse alle unverletzt blieben sindt.
Den sontag vor herzog Moritzen tod ist in Thüringen am himmel ein langer mann gar deutlich mit allen glidmassen gesehen worden, von welchem das blut an allen seiten herabgeflossen. Darnach sind funcken von ihm gefahren, letzlich ist er zu stucken voneinander gefallen und widerumb verschwunden.
Anmerkungen
- ↑ Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 373f. Marginalie: "Marggraf Albert bekrigt die bischof Bamberg Wirtzburg und die Nurnberger".
- ↑ Marginalie: "Zeichen, so vor der schlacht uff der Lunenburger Heid geschehen sich ereignet haben".