Meus fressen einen herrn und bischoff (Enoch Widman)

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Meus fressen einen herrn und bischoff

AutorIn Enoch Widman
Entstehungszeit 1596
Entstehungsort Hof
AuftraggeberIn
Überlieferung Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman)
Ausgaben Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman)
Übersetzungen
Forschung

Text

[1] Anno 1071 ist ein mechtiger herr, dessen namen die historici verschonet, in einer gastung über tisch von den meussen uberfallen und gar gefressen worden, daß ihme niemand helffen mögen; dann sich die meuß ehe erwürgen lissen, eh man sie von ihm bringen kondte. Man eilet mit ihm zum meer, daß er lebendig davon möchte gebracht werden; aber es halff nichts. Die meus sassen uff ihn, schwammen auch zum theil hinach und fräsen ihn mit haut und bein, wie Hattoni,338 einem bischoff zu Mentz, umb das jhar Christi 955 auch geschähe, welcher ein scheun voll armer leut, denen [S. 36] er allmosen zu geben verheisen hatte, verbrandte und sagte „es weren nur meuß, die unnutz brot fressen.“ Ward derhalben in einem thurn, den er ihme mitten im Rhein wider die meuß bauen lassen, von den meussen, so ihme ins wasser nacheileten, jemmerlich gefressen. Dergleichen lisset man auch in der Polischen Chronicken von ihrer könig einem mit namen Pompilius, der ebner massen sampt seinem weih und kindern ohne menschliche hulff viel jhar vor Hattone ist gefressen worden.

Anmerkungen

  1. Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 35f. Marginalien: "Meus fressen einen herrn und bischoff"; "Doctor David Chytraeus ponit annum Christi 969 dicitque hunc Hattonem proxime antecessisse Willigisum, Heinrici insidiatorem, periisse anno 913".