Minnekatechese (B316)

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Minnekatechese (B316); (B315)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit 14./15. Jhd.
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Teil I:
Brüssel, Königliche Bibliothek: Ms. II 144, 40r-41v
Den Haag, Königliche Bibliothek: Ms. II 144, 48-52

Teil II:

Brüssel, Königliche Bibliothek: Ms. II 144, 7r-7v
Brüssel, Königliche Bibliothek: Ms. II 144, 41v-42v
Wien, Österreichische Nationalbibliothek: Cod. 2940*, 29r-29v

Teil III:

Den Haag, Königliche Bibliothek: Ms. II 144, 40-43
Leiden, Universitätsbibliothek: LTK 1197-I, 1ra-1vb
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 490f.; Malm, Mike: Minnekatechese I und II

Bei Brandis, Tilo: Mittelhochdeutsche, mittelniederdeutsche und mittelniederländische Minnereden sind die insgesamt 59 Minnefragen auf zwei Nummern verteilt, B315 und B316.

Inhalt

I. Minnerätsel: Drei Typen

Diese Sammlung umfasst zwanzig Minnerätsel mit Antworten. Sie lassen sich in drei Gruppen einteilen:

  1. Fragen zur Minnepraxis, etwa nach Zeichen echter, unverfälschter Liebe – beantwortet mit Tugenden wie Treue und Lauterkeit.
  2. Dilemmata, die den Liebenden zwischen zwei unangenehmen Situationen wählen lassen, etwa konkurrierende Begegnungen im Haus der Geliebten.
  3. Allegorische Rätsel, häufig zur Minneburg-Allegorie, etwa nach ihrem Fundament, das mit „Treue“ beantwortet wird.

II. Katechetische Minnerätsel

Hier finden sich fünfundzwanzig Fragen, die wie ein Lehrgespräch aufgebaut sind. Sie prüfen höfisches Wissen und psychologische Beobachtung, etwa: Woran erkennt man, dass die Minne tief verwurzelt ist? Antwort: an Grübeln und Seufzen.

III. Dilemmatische Minnefragen

Diese Reihe besteht ausschließlich aus Dilemmata. Die Antworten gewichten zwei schmerzhafte Alternativen, etwa: Ob es schlimmer sei, die Geliebte zu verlassen oder von ihr verlassen zu werden – beides bringe Leid, doch das eigene Verlassen sei schwerer. Oder: Ob man eher den Tod der Geliebten oder den Tod naher Verwandter ertragen könne – die Antwort steigert die Minne hyperbolisch, indem sie den Verlust der Geliebten als unerträglich bezeichnet.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 490f.)