Nonnen- und monchencloster allhie außgebrandt (Enoch Widman)
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Nonnen- und monchencloster allhie außgebrandt | |
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| AutorIn | Enoch Widman |
| Entstehungszeit | 1596 |
| Entstehungsort | Hof |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Ausgaben | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Übersetzungen | |
| Forschung | |
Text
[1] Diese zeit ist das nonnen- und mönchencloster allhie sampt ettlichen nahend gelegnen heusern abgebrandt, wie man desselbigen brands in dem mönchencloster bei dem orgelstul und oben an dem gezimmer des dachs noch ettliche vestigia und anzeigung sihet. Dieses feuer aber ist durch eine geile nonnen außkommen, welche, damit sie aus dem versperten closter mit fug entrinnen möchte, dasselbige heimlich und mutwillig angesteckt und alß iderman zu leschen zugelauffen, hernach aus dem geöffneten closter gesprungen ist. Hierauf hat man bede closter widerumb zugerichtet, [S. 212] sonderlich aber, was von holtzwergk und dächern beschedigt worden, wie man dann auch im mönchencloster oben ein neue deck geleget und mit gemälden gezihret hat. Und ist dasselbige täfelwerck vollendet worden anno 1479, donnerstag nach Matthei, wie oben an der deck der einen seiten noch zu sehen ist, daran man der Kindßberger wappen findet, weil Eberhard von Kindßberg umb dieselben zeit verschiden und ohne zweifel in seinem testament ettlich gelt zum closter geordnet hat. In dem mittlern stuck der gemalten deck findet man funff unterschidliche wapen. Erstlich der herrn von Weida als der alten herschafft, unter welchen das monchencloster gebauet worden, hernach der grafen von Orlamundt, alß der herzogen von Meran erben, welche grafen von Orlamund zu erbauung des monchen- und nonnenclosters geholfen haben. Zum dritten und in der mitte stehet marggrafen Albrechts von Brandenburg wappen, welcher damalß nicht allein die chur Brandenburg verwaltet, sonder auch ober- und unterhalb des gebirgs regiret und dem closter zu verneuerung und widerauffbauung desselben an geld eine Verehrung gethun hat. Das vierdte wappen ist herzog Hannsen von Mechelburg etc., welcher kurtz zuvorn allhie verschiden und bei den Barfussern begraben ist, welcher auch für jerliche vigilien und seelmessen ettwas in das closter gewandt hat. Zum funfften und letzten stehet gemeiner stad wappen gemalet.
Anmerkungen
- ↑ Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 211f. Marginalie: "Nonnen- und monchencloster allhie außgebrandt".