Pfaffen halten ubel haus (Enoch Widman)
|
Pfaffen halten ubel haus | |
|---|---|
| AutorIn | Enoch Widman |
| Entstehungszeit | 1596 |
| Entstehungsort | Hof |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Ausgaben | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Übersetzungen | |
| Forschung | |
Text
[1] Dieses jhar haben sich die pfaffen allhie zimlich übel gehalten. Dann am sontag nach Conversionis Pauli, den 26. januarii,[2] den nechsten tag nach dem brandt, zu abends nach 9 hor, hat herr Cunrad Erbeßman, der frumeßverweser, in Georg Mullners hauß in der öbern Stuben Veiten Königsdörffern am kopff tödlich verwundet, daß er am mitwoch darnach gestorben. Dabei ist gewesen herr Jobst Fleger, Gera genant, ein frumesser allhie, deme ist das meßhalten verboten worden, der todschleger aber ist entworden.
Item so hat ein anderer pfaff, herr Niclaß Behem, pfarrer von Schwinga, genant, diese zeit auch ein schiacht allhie gehalten, derowegen ihme daß meßhalten durch die priesterschafft verboten worden.[3]
Am Aschermitwoch, den 5. februarii gemeltes jhars, haben drei pfaffen ihre fasten und büß im hurhaus (da vor Zeiten die schröter gewöhnet haben, nemlichen gerad hinabwarts das funffte von des predigershauß) angefangen und sich miteinander umb die schönsten huren geschlagen, alß herr Erhard Pirer oder Pirner, Niclaß Jener und Heinrich Planck, denen das handwerck, meß zu halten, alßbald hernidergeleget worden. Wie diese gesellen die gegenwertige sorgliche zeit, da wegen der manchfeltigen wunderzeichen, so damalß heuffig ergangen, allerlei straffen Gottes zu befahren gewesen, in wahrer büß betrachtet haben, ist leichtlich zu ermessen. Derowegen dann der Allmechtige seinen zorn nicht unzeitig hat sehen lassen und feuersgefahr, auch ein starcke pestilentz, über die stad geschicket, wie folget.
- ↑ Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 256. Marginalie: "Pfaffen halten ubel haus".
- ↑ 1505.
- ↑ Marginalie: "Pfaffen fangen die fasten und bus im hurhaus an".