Predigt im Namen des Papstes an die Jungfrauen und Frauen (B348)

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Predigt im Namen des Papstes an die Jungfrauen und Frauen (B348)

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Entstehungszeit
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Gotha, Forschungsbibliothek: Chart. A 216, 106ra-106va
Brüssel, Königliche Bibliothek: Ms. II 144, 111v-113v
Ausgaben Dorobantu, Julia/Klingner, Jacob/Lieb, Ludger (Hg.): Minnereden, S. 466-475
Übersetzungen
Forschung Klinger, Jacob: Predigt im Namen des Papstes an die Jungfrauen und Frauen; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 540f.

Inhalt

A Gebot des Papstes (1–26)

Der Sprecher richtet sich an Mädchen und junge Frauen und überbringt als päpstlicher Bote ein Minnegebot: Solange sie gesund seien, sollten sie die Minne pflegen. Sie sollten nicht warten – wie beim Sprichwort, dass man den Apfel pflücken müsse, wenn er am besten sei. Wer die Minne verweigere, falle unter päpstlichen Bann, es sei denn, sie beginne rasch damit. Genüge einer Frau ein Liebhaber nicht, solle sie stillschweigend mehrere nehmen. Mit der Bereitschaft zur Minne würden alle das Himmelreich erlangen.

B Widerlegung der Minnegegner (27–68)

Der Sprecher weist jene zurück, die ihre Ablehnung der Minne mit Buchwissen begründen: Trotz vieler Studien habe er keinen Grund dafür gefunden. Er verflucht Geistliche, die anderen die Minne verbieten. Die Frauen mahnt er, vor dem körperlichen Verfall zu minnen – bevor Augen ihren Glanz verlieren, der Mund seine Röte, und der Bauch Falten bekommt; sonst bleibe nur die Hausarbeit. Als Beispiele dafür, dass Minne keine Sünde sei, nennt er David mit 72 Frauen und Salomon mit 80 Frauen und zusätzlichem Gesinde. Die Verdammung der Minne stamme nur von alten, erkalteten Pfaffen. Ohne Minne wäre die Menschheit seit tausend Jahren ausgestorben.

C Ablass (69–90)

Der Sprecher verkündet, dass jene, die die Lehre des Papstes und der Kardinäle andächtig hören und befolgen, 12.000 Jahre Ablass erhalten. Man solle dieses Buch täglich lesen, um mit der Seele in den Engelschor einzugehen. Er schließt mit der Bitte um Hilfe des „geilen Geistes“ und einem Amen.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 541)